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US Erzeugerpreise im November: Energieschub setzt sich fort

  • 14. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Highlights

  • Erzeugerpreise steigen um 0,2%

  • Energiepreise springen erneut um 4,6%, Benzin legt um 10,5% zu

  • Dienstleistungen stagnieren


New York City Street


Die US-Erzeugerpreise stiegen im November saisonbereinigt um 0,2% und lagen damit im Rahmen der Erwartungen, nachdem sie im Oktober um 0,1% zugelegt hatten. Das BLS meldete damit eine moderate Fortsetzung des Aufwärtstrends.


Im Jahresvergleich erreichte die Erzeugerpreisinflation jedoch 3,0% und lag damit deutlich über den Konsenserwartungen von 2,7%. Dies markiert den höchsten Jahreswert seit September.


US Producer Price Index YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Energie dominiert erneut das Geschehen


Wie bereits im September war der November-Anstieg primär dem Gütersektor geschuldet, der um 0,9% zulegte – der stärkste Anstieg seit Februar. Über 80% dieses Anstiegs gehen auf explodierende Energiepreise zurück, die um 4,6% sprangen.


Besonders dramatisch: Benzin verteuerte sich um 10,5% und machte mehr als die Hälfte des gesamten Güterpreisanstiegs aus. Dieselkraftstoff schoss sogar um 12,4% nach oben, während Erdgas um 10,8% anzog. Auch Haushaltsstrom und Kerosin verteuerten sich spürbar. Im Kontrast dazu sanken die Preise für Heizöl drastisch um 8,6%.


Lebensmittelpreise blieben unverändert, während Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie moderat um 0,2% zulegten.


US PPI Energy YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Dienstleistungen stagnieren weiterhin


Der Dienstleistungssektor zeigte sich im November erneut bemerkenswert stabil und verharrte bei null Prozent, nachdem er im Oktober noch um 0,3% gestiegen war. Dahinter verbarg sich jedoch eine ausgeprägte Dynamik: Während sonstige Dienstleistungen sowie Transport- und Lagerdienstleistungen jeweils um 0,3% stiegen, fielen die Handelsmargen um 0,8%.


Gebündelte Festnetz-Telekommunikationsdienste explodierten um 4,6%, auch Portfoliomanagement-Gebühren legten zu. Demgegenüber brachen die Margen im Einzelhandel mit Gesundheits- und Schönheitsprodukten um 4,3% ein. Auch der Automobilhandel und Zimmervermietung gaben nach.


US PPI Construction YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Kernindikator verlangsamt sich deutlich


Besonders erfreulich aus Fed-Sicht: Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel verlangsamte sich deutlich auf 0,2%, nachdem er im Oktober noch um 0,7% gestiegen war. Im Jahresvergleich liegt dieser wichtige Indikator bei 3,5% – dem höchsten Wert seit März, aber mit nachlassendem monatlichem Momentum.



Fazit


Die November-Daten wiederholen das September-Muster: Der PPI-Anstieg ist erneut fast ausschließlich energiegetrieben. Benzin- und Dieselpreissprünge dominierten den Gesamtindex, während die zugrunde liegende Preisdynamik sich beruhigte.


Der Jahreswert von 3,0% liegt zwar über den Erwartungen, doch der deutlich verlangsamte Kern-PPI von 0,2% (nach 0,7% im Oktober) signalisiert nachlassenden fundamentalen Preisdruck. Die hartnäckigen Handelsmargenprobleme setzen sich fort, doch solange die Energievolatilität temporär bleibt und der Kern-PPI sich weiter beruhigt, dürfte die Fed ihren Lockerungskurs fortsetzen können.


Die anstehenden Dezember-Daten werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob die Energiepreisspitzen tatsächlich temporär waren oder sich verfestigen.


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