US Erzeugerpreise im März: Energie explodiert, Dienstleistungen stagnieren
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Highlights
Erzeugerpreise steigen um 0,5% - deutlich unter Erwartungen von 1,1%
Güterpreise explodieren um 1,6%, Energiepreise springen um 8,5%
Dienstleistungen stagnieren völlig bei 0,0%, Kern-PPI verlangsamt sich auf 0,2%

Die US-Erzeugerpreise stiegen im März saisonbereinigt um 0,5% und lagen damit deutlich unter den Erwartungen von 1,1%, nachdem sie im Februar um 0,5% zugelegt hatten. Das BLS meldete damit eine überraschende Verlangsamung.
Im Jahresvergleich erreichte die Erzeugerpreisinflation 4,0% und lag ebenfalls deutlich unter den Konsenserwartungen von 4,6%. Dies markiert dennoch den höchsten Jahreswert seit Februar 2023.

Güterpreise explodieren durch Energieschock
Die Preise für Endnachfragegüter explodierten im März um 1,6% – der stärkste Anstieg seit August 2023. Dahinter steht ausschließlich ein brutaler Energieschock: Energiepreise sprangen um 8,5%.
Benzin verteuerte sich um 15,7% und machte fast die Hälfte des gesamten Güterpreisanstiegs aus. Bei verarbeiteten Gütern explodierte Dieselkraftstoff um 42,0%. Auch Kerosin und Heizöl verteuerten sich massiv. Organische Basischemikalien stiegen ebenfalls kräftig.
Im dramatischen Kontrast: Erdgas kollabierte bei Rohstoffen um 51,7%. Auch frisches und getrocknetes Gemüse fielen um 10,7%, nachdem sie im Februar noch um 48,9% explodiert waren. Nahrungsmittelpreise insgesamt sanken um 0,3%.
Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie legten moderat um 0,2% zu.

Dienstleistungen stagnieren völlig
Der Dienstleistungssektor stagnierte im März völlig bei 0,0%, nachdem er im Februar noch um 0,5% gestiegen war. Dies markiert das Ende der dreimonatigen Anstiegsserie.
Handelsmargen fielen um 0,3%, während Transport- und Lagerdienstleistungen kräftig um 1,3% stiegen – getrieben von Fluggastgebühren mit einem Sprung von 2,8%. Auch Lebensmitteleinzelhandel und Bekleidungseinzelhandel legten zu. Der Lkw-Transport verteuerte sich ebenfalls.
Demgegenüber brachen Lebensmittel- und Alkoholgroßhandelsmargen um 6,0% ein. Auch Wertpapierhandel und Anlageberatung, Kraftstoffeinzelhandel sowie Maklergebühren für Wohnimmobilien gaben deutlich nach.
Rohstoffmärkte in extremer Volatilität
Bei den Rohstoffen zeigten sich weiterhin extreme Verwerfungen: Während Erdgas um 51,7% kollabierte, stiegen Getreidepreise um 7,6%. Auch Rohöl und Nichteisenmetallerze verteuerten sich.
Schlachtrinder, Stahlschrott und Schlachtgeflügel gaben deutlich nach. Frisches Obst und Gemüse sanken ebenfalls kräftig.

Kernindikator verlangsamt sich deutlich
Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel verlangsamte sich deutlich auf 0,2%, nachdem er im Februar noch um 0,5% gestiegen war. Im Jahresvergleich liegt dieser wichtige Indikator bei 3,6%.
Fazit
Die März-Daten markieren eine dramatische Polarisierung: Energie explodiert mit +8,5%, während Dienstleistungen völlig stagnieren. Die im Februar befürchtete breite Inflationswelle hat sich nicht verfestigt – stattdessen konzentriert sich der Preisdruck ausschließlich auf Energie.
Beruhigend: Der Kern-PPI verlangsamte sich deutlich auf 0,2% (von 0,5% im Februar). Dienstleistungen stagnierten bei 0,0%, Handelsmargen fielen. Dies widerspricht der Februar-These einer beschleunigenden, breit angelegten Inflation. Die Daten lagen deutlich unter den Erwartungen und zeigen, dass die Inflationsdynamik fragiler ist als befürchtet.
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