US Erzeugerpreise im Januar: Dienstleistungsinflation verfestigt sich
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Highlights
Erzeugerpreise steigen um 0,5% - deutlich über Erwartungen von 0,3%
Dienstleistungen explodieren um 0,8%, Handelsmargen springen um 2,5%
Güterpreise fallen um 0,3%, Energie kollabiert weiter

Die US-Erzeugerpreise stiegen im Januar saisonbereinigt um 0,5% und lagen damit deutlich über den Erwartungen von 0,3%, nachdem sie im Dezember um 0,4% zugelegt hatten. Das US-Arbeitsministerium meldete damit den zweiten Monat in Folge mit kräftigem Preisdruck.
Im Jahresvergleich erreichte die Erzeugerpreisinflation 2,9% und lag ebenfalls über den Konsenserwartungen von 2,6%. Dies markiert eine leichte Abschwächung gegenüber den 3,0% im Dezember.

Dienstleistungen verfestigen Dominanz
Wie bereits im Dezember war der Januar-Anstieg primär dem Dienstleistungssektor geschuldet, der um 0,8% zulegte – der stärkste Anstieg seit Juli. Die Handelsmargen explodierten erneut und sprangen um 2,5%, noch stärker als die 1,7% im Dezember.
Besonders brutal: Der Großhandel mit professioneller und gewerblicher Ausrüstung schoss um 14,4% nach oben und machte allein über 20% des gesamten Dienstleistungspreisanstiegs aus. Auch der Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen und Accessoires sowie gebündelte Festnetz-Telekommunikationsdienste legten kräftig zu. Der Lebensmittel- und Alkoholeinzelhandel sowie der Einzelhandel mit Gesundheits- und Schönheitsprodukten verteuerten sich ebenfalls.
Demgegenüber kollabierten die Preise für Systemsoftware-Veröffentlichungen um 12,2%. Auch Hotelzimmervermietung und Bekleidungsgroßhandel gaben nach.
Transport- und Lagerdienstleistungen stiegen kräftig um 1,0%, während sonstige Dienstleistungen unverändert blieben.

Güterpreise kollabieren weiter
Die Preise für Endnachfragegüter fielen im Januar um 0,3% – der stärkste Rückgang seit März 2025. Dahinter verbarg sich eine anhaltende Energiekorrektur: Energiepreise stürzten um 2,7% ab.
Benzin fiel um 5,5% und machte knapp 80% des gesamten Güterpreisrückgangs aus. Auch Hühnereier, Strom, Gas sowie frisches Obst und Melonen verbilligten sich deutlich. Ethanol gab ebenfalls nach.
Im Kontrast dazu explodierten Such-, Erkennungs-, Navigations- und Leitsysteme um 15,5%. Auch Nichteisenmetalle und Schweinefleisch verteuerten sich kräftig.
Lebensmittelpreise sanken um 1,5%, während Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie deutlich um 0,7% zulegten.
Rohstoffmärkte in extremer Volatilität
Bei den Rohstoffen zeigten sich weiterhin extreme Verwerfungen: Rohmilch kollabierte um 9,8%, auch Eier, Mais, Ölsaaten und Erdgas gaben nach. Im Gegensatz dazu explodierten Nichteisenmetallschrott um 8,5% und Rohöl sowie Schlachtgeflügel verteuerten sich.

Kernindikator steigt unaufhaltsam
Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel stieg um 0,3% – bereits der neunte Anstieg in Folge. Im Jahresvergleich liegt dieser wichtige Indikator bei 3,4%.
Fazit
Die Januar-Daten verfestigen das Dezember-Muster: Dienstleistungsinflation dominiert mit Handelsmargen von 2,5%, während Energie weiter korrigiert. Der Großhandelspreissprung um 14,4% zeigt extreme Verwerfungen.
Hochgradig beunruhigend: Der Kern-PPI steigt nun den neunten Monat in Folge. Die Dienstleistungsinflation erweist sich als weitaus persistenter als die Energievolatilität des Herbstes – mit Kevin Warsh als künftigem Fed-Vorsitzenden dürfte der Lockerungszyklus deutlich früher enden als erwartet.
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