US Erzeugerpreise im Dezember: Dienstleistungen übernehmen das Ruder
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Highlights
Erzeugerpreise steigen um 0,5% - deutlich über Erwartungen von 0,2%
Dienstleistungen explodieren um 0,7%, Handelsmargen springen um 1,7%
Energie kollabiert, Dieselkraftstoff bricht um 14,6% ein

Die US-Erzeugerpreise stiegen im Dezember saisonbereinigt um 0,5% und lagen damit deutlich über den Erwartungen von 0,2%, nachdem sie im November um 0,2% zugelegt hatten. Das US-Arbeitsministerium meldete damit den stärksten Anstieg seit Juli.
Im Jahresvergleich verharrte die Erzeugerpreisinflation bei 3,0%. Für das Gesamtjahr 2025 stieg der PPI um 3,0%, nach einem Anstieg von 3,5% im Jahr 2024.

Dienstleistungen dominieren das Geschehen
Im dramatischen Kontrast zu den energiegetriebenen Monaten September und November war der Dezember-Anstieg primär dem Dienstleistungssektor geschuldet, der um 0,7% zulegte – der stärkste Anstieg seit Juli. Zwei Drittel dieses Anstiegs gehen auf explodierende Handelsmargen zurück, die um 1,7% sprangen.
Besonders dramatisch: Der Maschinen- und Fahrzeuggroßhandel schoss um 4,5% nach oben und machte allein über 40% des gesamten Dienstleistungspreisanstiegs aus. Auch Hotelzimmervermietung, Lebensmitteleinzelhandel und Portfoliomanagement-Gebühren legten kräftig zu. Fluggastgebühren stiegen ebenfalls.
Demgegenüber kollabierten gebündelte Festnetz-Telekommunikationsdienste um 4,4%. Auch der Kraftstoffeinzelhandel und der Fernverkehr gaben nach.

Güterpreise kollabieren
Die Preise für Endnachfragegüter blieben im Dezember völlig unverändert, nachdem sie im November noch um 0,8% gestiegen waren. Dahinter verbarg sich eine drastische Energiekorrektur: Energiepreise stürzten um 1,4% ab.
Dieselkraftstoff brach um 14,6% ein. Auch Benzin, Kerosin sowie Rind- und Kalbfleisch gaben deutlich nach. Im Kontrast dazu explodierten Nichteisenmetalle um 4,5%, und auch Erdgas für Privathaushalte sowie Kraftfahrzeuge verteuerten sich.
Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie legten moderat um 0,4% zu, während Lebensmittelpreise um 0,3% sanken.
Rohstoffmärkte in Aufruhr
Bei den Rohstoffen für die Vorleistungsnachfrage zeigten sich extreme Verwerfungen: Erdgas explodierte um 34,8%, während Rohöl zurückging. Rohmilch, Nichteisenmetallerze und Schlachtgeflügel verteuerten sich kräftig, während Schlachtschweine um 10,1% einbrachen.

Kernindikator beschleunigt erneut
Beunruhigend aus Fed-Sicht: Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel beschleunigte sich auf 0,4% – bereits der achte Anstieg in Folge. Im Gesamtjahr 2025 stieg dieser wichtige Indikator um 3,5%, nach 3,6% im Jahr 2024.
Fazit
Die Dezember-Daten markieren eine fundamentale Verschiebung: Nach drei Monaten energiegetriebener Inflation übernahmen die Dienstleistungen das Ruder. Handelsmargen sprangen um 1,7%, während Energie drastisch korrigierte.
Beunruhigend für die Fed: Der Kern-PPI beschleunigte auf 0,4% – der achte Anstieg in Folge. Die Verschiebung von volatiler Energie- zu persistenter Dienstleistungsinflation dürfte die Fed in ihrem vorsichtigen Lockerungskurs bestärken. Mit der Nominierung von Kevin Warsh als künftigem Fed-Vorsitzenden – bekannt für seine restriktivere geldpolitische Haltung – könnte sich der Lockerungszyklus ohnehin früher als erwartet dem Ende nähern.
Allerdings bleibt fraglich, wie restriktiv Warsh unter Trump tatsächlich agieren wird, nachdem Trump bereits Jerome Powell wiederholt für seine zu straffe Geldpolitik kritisierte.
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