Kritische Mineralien: Es kommt wieder Bewegung ins Spiel – Depot bei +12%
- 25. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Update kritische Mineralien Mini-Depot

Nach der temporären Entspannung im November ist das Thema zurück. Die US-Regierung steigt als Shareholder bei USA Rare Earth ein, das Pentagon aktiviert sein Förderprogramm, und die geopolitischen Spannungen um Grönland und Venezuela geben der strukturellen These neuen Schub. Das Mini-Depot hat sich von -7% auf +12% erholt.
Performance

Initial: €4.546,50 | Aktuell: €5.098,85 | Return: +12,1%
Das Mini-Depot liegt mit +12,1% im Plus. Nach der Korrektur auf -7% im November hat sich das Portfolio deutlich erholt. PPTA führt mit +43%, gefolgt von UAMY mit +32%. Nur OMEX bleibt mit -8,8% im Minus.
Was ist passiert?
Die Annahme vom November hat sich bestätigt: Die Entspannung mit China war temporär. Mit zunehmenden Spannungen um Grönland und Venezuela rücken kritische Mineralien wieder in den Fokus der nationalen Sicherheit.
Die entscheidende Entwicklung: Die US-Regierung wird operativ aktiv.
Laut Financial Times investiert sie $1,6 Milliarden in USA Rare Earth (USAR) und wird damit 10%-Shareholder. Das Paket besteht aus $277 Millionen direktem Equity-Investment und $1,3 Milliarden CHIPS Act-Darlehen. Dazu kommen Optionsscheine für weitere 17,6 Millionen Aktien zu $17,17 – ein impliziter Gewinn von $490 Millionen für die Regierung.
Parallel sichert sich USAR eine zusätzliche private Finanzierung über $1 Milliarde. Das Gesamtpaket wird am Montag offiziell verkündet.
Das ist kein Förderprogramm – die US-Regierung steigt als Shareholder ein und profitiert direkt vom Erfolg. Jarrod Agen vom National Energy Dominance Council bestätigte bereits im Dezember gegenüber Bloomberg, dass weitere Deals in der Pipeline sind: "Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen, die sich an uns wenden."
Die Message bleibt klar:
Das Pentagon wird seine nationale Sicherheit nicht von chinesischen Exporten abhängig machen.
Entwicklung der Einzelwerte

Perpetua Resources (PPTA)
Perpetua entwickelt das Stibnite Gold Project in Idaho – die einzige identifizierte Antimon-Reserve der USA. Die operative Entwicklung beschleunigt sich. Mit Hatch als EPCM-Partner, der INL-Partnerschaft für militärspezifikationsgerechtes Antimon und der fortschreitenden EXIM-Finanzierung bewegt sich Perpetua zügig Richtung Konstruktionsentscheidung im Frühjahr 2026.
Performance: +43,0%
Highlights seit letztem Update:
Hatch als EPCM-Auftragnehmer (16. Dezember): Perpetua wählte Hatch für Engineering, Procurement and Construction Management. Das ist der Übergang von Planung zu Entwicklung. Hatch übernimmt Prozessanlagen- und Infrastrukturplanung, Beschaffungsmanagement und Baumanagement. Zusätzlich investiert Hatch $4 Millionen eigenes Kapital – der EPCM-Partner glaubt selbst ans Projekt.
Partnerschaft mit Idaho National Laboratory (9. Dezember): Das INL wird eine flexible, modulare Pilotverarbeitungsanlage beherbergen und betreiben. Die Initiative demonstriert die Machbarkeit der Herstellung von hochwertigem Antimontrisulfid nach militärischen Spezifikationen. Das ist entscheidend für Pentagon-Verträge.
Bedingte Baugenehmigung vom USFS (19. September): Das Unternehmen erhielt die bedingte Baugenehmigung vom US Forest Service. Die Projektentwicklung ist nach Hinterlegung der finanziellen Sicherheit genehmigt.
U.S. EXIM vorläufiges Projektschreiben (8. September): Perpetua erhielt das vorläufige Projektschreiben und indikative Term Sheet für eine Fremdfinanzierung von $2,0 Milliarden. Die EXIM-Finanzierung rückt näher.
Finanzierung gesichert: Im dritten Quartal schloss Perpetua mehrere Runden ab: $49M durch Underwriter-Option, $255M von Agnico Eagle und JPMorgan, $78M durch registrierte Aktienemission. Das Unternehmen ist gut kapitalisiert für die Konstruktionsphase.
Ausschreibung für externe Verarbeitung: Perpetua veröffentlichte eine Ausschreibung zur Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit von externen Verarbeitungsanlagen durch Dritte, um Antimon für den heimischen Gebrauch zu sichern.
United States Antimony (UAMY)
UAMY betreibt die einzigen zwei Antimon-Schmelzen in Nordamerika und hat einen $245M Pentagon-Vertrag. Das Unternehmen transformiert sich von einem Verarbeiter zugekauften Materials zu einem vollständig integrierten Produzenten mit eigener Mine, eigener Flotation und eigener Schmelze. Die Gewinnmargen beim eigenen Montana-Erz sind laut CEO "etwa dreimal höher" als bei zugekauftem Material.
Mit über $350M an langfristigen Verträgen und der Kapazität, die Nachfrage zu bedienen, ist UAMY fundamental stark aufgestellt.
Performance: +32,0%
Highlights seit letztem Update:
Flotationsanlage gekauft (20. Januar 2026): UAMY erwarb eine voll betriebsfähige Flotationsanlage in Radersburg, Montana, für $4,75 Millionen. Die Anlage liegt strategisch nur 250 Meilen vom Schmelzbetrieb in Thompson Falls entfernt. Budget für Anlagenverbesserungen: weitere $2 Millionen.
Die Bedeutung: Statt externe Flotationsdienstleistungen zu nutzen, kontrolliert UAMY jetzt die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau über Flotation bis zur Schmelze.
Montana-Abbau läuft (24. November): Bis Ende November wurden etwa 800 Tonnen Antimonerz vom Stibnite Hill abtransportiert. CEO Gary Evans: "In den ersten neun Monaten wurden 1.010 Tonnen Antimon-Rohstoffe verarbeitet – wir haben in weniger als 45 Tagen 800 Tonnen Material transportiert."
Das vorläufige Material erfüllt bereits die militärischen Spezifikationen für Antimontrisulfid zur Zündung von Zündkapseln. UAMY ist der einzige nordamerikanische Lieferant, der von der Defense Logistics Agency für militärische Zündkapseln zugelassen ist.
Q3 Earnings beat (13. November): EPS von $0,04 vs. Konsens $0,01. CEO Evans: "Beide Verträge sorgen für bedeutendes langfristiges Umsatzwachstum und Stabilität. Unser Erfolg beim Montana-Erz wird eine erhebliche Margenausweitung bedeuten – dies dürfte sich in Q1 2026 niederschlagen."
Neuer $106,7M Fünfjahresvertrag (11. November): UAMY schloss einen Liefervertrag mit einem US-amerikanischen Hersteller von Industriestoffen über den Kauf von Antimontrioxid ab. Der Vertrag läuft fünf Jahre mit Verlängerungsoption um bis zu fünf weitere Jahre und hat einen Wert von bis zu $106,7 Millionen.
Das ist zusätzlich zum $245M Pentagon-Vertrag. UAMY hat jetzt über $350M an langfristigen Verträgen gesichert.
Thompson Falls Expansion: Die Erweiterung und Modernisierung des Schmelzbetriebs in Thompson Falls läuft planmäßig und sollte im Februar abgeschlossen sein. Sobald die neuen Öfen im Januar 2026 in Betrieb gehen, kann UAMY die deutlich gestiegenen Materialmengen verarbeiten.
Strategische Besetzungen: UAMY beruft Jon Marinelli (Gründer von 1042 Capital Partners) in den Vorstand und ernennt Melissa Pagen zur Präsidentin von Bear River Zeolite.
Odyssey Marine Exploration (OMEX)
Odyssey hält Equity in Projekten mit der weltweit größten primären Kobalt-Ressource (1M Tonnen) in den Cook Islands. OMEX ist das spekulativste Investment und reagiert am stärksten auf Sentiment. Ohne direkten Regierungsvertrag und noch in der frühen Explorationsphase fehlt die kurzfristige Umsatz-Visibility, die UAMY und PPTA haben.
Aber: Die regulatorischen Entwicklungen und der technische Beweis durch Japan sind fundamentale Fortschritte.
Performance: -8,8%
Highlights seit letztem Update:
NOAA vereinfacht Genehmigungsverfahren (21. Januar 2026): Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat bedeutende Änderungen am Deep Seabed Hard Mineral Resources Act (DSHMRA) bekannt gegeben. Antragsteller können künftig wählen, ob sie das bisherige zweistufige Verfahren nutzen oder Explorationslizenz und kommerzielle Fördergenehmigung gleichzeitig beantragen.
NOAA-Administrator Dr. Neil Jacobs: "Der Tiefseebergbau ist Schlüssel zur heimischen Versorgung mit kritischen Mineralien und unterstützt die 'America First'-Agenda durch schnellere Genehmigungen."
Das ist ein regulatorischer Durchbruch. Die Vereinfachung könnte Jahre an Vorlaufzeit einsparen.
Japan startet weltweit ersten Tiefsee-Test (12. Januar 2026): Japan hat den weltweit ersten Versuch gestartet, Seltenerdelemente aus Tiefseeschlamm zu gewinnen. Das japanische Bergbauschiff Chikyu untersucht den Meeresboden in der Nähe der Insel Minamitori. Bei Erfolg wäre dies der erste nachhaltige Versuch, seltenerdhaltigen Schlamm direkt vom Meeresboden auf ein Schiff zu befördern.
Das ist bedeutend für OMEX: Japan – ein US-Verbündeter mit dem Rahmenabkommen vom Oktober – beweist, dass Deep-Sea Mining technisch machbar ist.
US-Atlantikküste Pachtantrag (7. November): Odyssey reichte beim Bureau of Ocean Energy Management einen Antrag auf Verpachtung von Explorations- und Entwicklungsrechten vor der mittelatlantischen Küste ein. Das Gebiet ist vielversprechend für schwere Mineralsande mit Titan, Zirkonium, Seltenen Erden und Phosphat.
Fazit
Die Erholung von -7% auf +12% bestätigt die These. Die geopolitischen Treiber verstärken sich, das Pentagon wird sein Budget für kritische Mineralien ausgeben, und die strukturellen Abkommen mit Australien, Japan, Thailand und Malaysia laufen weiter.
PPTA bewegt sich zügig Richtung Konstruktion. UAMY transformiert sich zum vollständig integrierten Produzenten mit über $350M langfristigen Verträgen. OMEX bleibt ein Moonshot – sollte das Unternehmen aber eine Deep-Seabed Mining Genehmigung erhalten, wird es explosiv.
Ich halte alle drei Positionen weiter.
Wenn ihr Feedback oder Vorschläge habt, was ich mir ansehen sollte, schickt mir eine Nachricht an info@theanalyst.de oder @theanalystde auf X.
Hinweis auf Interessenskonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Perpetua Resources, United States Antimony, Odyssey Marine Exploration.


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