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AMD Q2-Zahlen: Data Center wächst 107%, Ausblick übertrifft Langfristziele

  • vor 9 Stunden
  • 8 Min. Lesezeit

Highlights

  • Umsatz: 11,54 Mrd. USD (Prognose: 11,31 Mrd. USD)

  • EPS: 1,66 USD (Prognose: 1,61 USD)

  • Segmentergebnisse:

    - Data Center: 6,7 Mrd. USD (+107% YoY)

    - Client and Gaming: 3,84 Mrd. USD (+6,1% YoY)

    • davon Client: 3,06 Mrd. USD (+22,5% YoY)

    • davon Gaming: 779 Mio. USD (-30,6% YoY)

    - Embedded: 977 Mio. USD (+18,6% YoY)

  • Bruttomarge: 56% (+200 Basispunkte YoY, +80 Basispunkte QoQ)

  • Ausblick Q3: Umsatz 12,7-13,3 Mrd. USD (Konsens: rund 12,51 Mrd. USD), Bruttomarge rund 56%

  • Ausblick 2027: Server-Umsatz +70% YoY, Data-Center-Segment mehr als verdoppelt YoY


AMD CEO Lisa Su

AMD hat seine Q2-Zahlen vorgelegt und in allen Kernkennzahlen die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz von 11,54 Mrd. USD lag 2 Prozent über dem Konsens, der EPS von 1,66 USD schlug den Konsens um 3 Prozent — auf Vergleichsbasis wuchs der Gewinn je Aktie um 82 Prozent YoY. Der zentrale operative Datenpunkt: Das Data-Center-Segment verdoppelte sich mehr als YoY auf 6,7 Mrd. USD (+107% YoY) und macht mittlerweile 58 Prozent des Konzernumsatzes aus — gegenüber 42 Prozent ein Jahr zuvor. Server-CPU-Umsatz legte im 5. Quartal in Folge einen Rekord hin, mit Cloud- und Enterprise-Verkäufen jeweils über 70 Prozent YoY. Instinct-Beschleuniger-Umsatz verdoppelte sich ebenfalls, getrieben durch die MI350X-Serie. Der Ausblick für Q3 von 12,7-13,3 Mrd. USD liegt spürbar über dem Konsens von 12,51 Mrd. USD — bei einer erwarteten Bruttomarge von rund 56 Prozent.


CEO Lisa Su bekräftigte, dass AMD die auf dem Financial Analyst Day im November 2025 kommunizierten Langfristziele deutlich übertreffen werde: Der Gesamtmarkt für High-Performance und AI Computing wachse mit rund 40 Prozent jährlich auf annähernd 2 Billionen USD bis 2030 — AMD werde „substantiell über" der bisherigen Zielmarke von >35% CAGR wachsen und den EPS von 20 USD bis 2029-2030 „signifikant übertreffen". Für 2027 wird ein Server-Umsatzwachstum von über 70 Prozent YoY erwartet, das Data-Center-Segment insgesamt „mehr als verdoppelt". Strategisch neu: die Anthropic-Partnerschaft für bis zu 2 GW MI450-Serie-GPUs in Helios ab H1 2027 — zusammen mit den bestehenden Multi-Generation-Deployments mit OpenAI und Meta sowie einer neuen Microsoft-Azure-Kooperation.


Die Wall-Street-Reaktion fiel überwiegend positiv aus: 6 Analysten hoben ihre Kursziele an, 1 senkte (Mizuho — von 625 auf 580 USD bei beibehaltenem Outperform). Das mittlere Kursziel liegt bei 580 USD, das höchste bei 700 USD (Wells Fargo), das niedrigste bei 465 USD (Morgan Stanley).



Earnings Call: Was Su und Hu gesagt haben


Kernbotschaft von CEO und CFO

Lisa Su positionierte das Quartal als Beleg für einen Strukturbruch bei AMD: Die Kombination aus Rekord-Umsatz, +107 Prozent im Data Center und einer Bruttomarge von 56 Prozent markiere einen „klaren Schritt nach oben" in AMDs finanzieller Performance. Die zentrale Botschaft: Man befinde sich noch in den frühen Innings eines mehrjährigen AI-Adoption-Zyklus, in dem sich die Nachfrage nach Compute über alle AMD-Segmente hinweg — Data Center AI, Server CPU, Client, Embedded — parallel entfalte.


CFO Jean Hu unterlegte das mit den quantitativen Rahmenwerten: 82% EPS-Wachstum auf Vergleichsbasis, 27% operative Marge, 1,6 Mrd. USD Free Cashflow und 13,1 Mrd. USD Cash-Bestand.


AMD

Drei zentrale Aussagen

„Wir haben erneut ein herausragendes Quartal mit Rekord-Umsatz und Rekord-Profitabilität geliefert, während sich die Akzeptanz unserer führenden Produkte weiter ausdehnte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar, getrieben durch deutlich höhere Verkäufe von EPYC-, Instinct-, Ryzen- und Embedded-Prozessoren. Der Data-Center-Umsatz hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt und macht nun 58 Prozent des Gesamtumsatzes aus, gegenüber 42 Prozent vor einem Jahr — was den rapiden Ausbau unseres Server- und Data-Center-AI-Geschäfts widerspiegelt."

Der Anteil des Data-Center-Segments am Konzernumsatz stieg damit binnen eines Jahres um 16 Prozentpunkte — der Kern der These, dass AMD sich strukturell von einem Client-CPU-Anbieter zu einem KI-Infrastruktur-Anbieter transformiert. Alle 7 beobachteten Analysten kommentieren diese Verschiebung als zentralen Werttreiber.

„KI treibt die Nachfrage nach dramatisch mehr Compute in allen unseren Märkten. Wir sehen nun den Gesamtmarkt für High-Performance- und AI-Computing über die kommenden Jahre hinweg mit rund 40 Prozent jährlich wachsen — bis 2030 auf annähernd 2 Billionen Dollar. Und wir erwarten, deutlich über dem Markt zu wachsen. Als Ergebnis liegen wir materiell vor dem langfristigen Finanzmodell, das wir bei unserem Financial Analyst Day letzten November geteilt haben. Wir erwarten nun, dass der Umsatz substantiell über unserem bisherigen Ziel von mehr als 35 Prozent wachsen wird."

Die Ankündigung, dass AMD die bereits im November 2025 kommunizierten Langfristziele deutlich übertreffen werde, ist der zentrale Trigger für die geschlossene Anhebungswelle der Analysten. Wells Fargo hob das Kursziel um 85 USD auf 700 USD an — das höchste im Analystenfeld — und verwies explizit darauf, dass AMD nun ein Umsatzwachstum „deutlich über" dem bisherigen Ziel erwarte und dass der EPS bis 2029-2030 das 20-USD-Ziel „deutlich übertreffen" werde.

„Bei Server-CPUs, mit sehr starker Kundennachfrage und verbesserter Versorgung, erwarten wir nun, dass der Server-Umsatz im Jahresvergleich um mehr als 80 Prozent in der zweiten Hälfte von 2026 wachsen wird und um mehr als 70 Prozent für das gesamte Jahr 2027 auf einer viel höheren Basis. Zusammengenommen erwarten wir nun, dass sich der Data-Center-Segment-Umsatz im Jahresvergleich in 2027 mehr als verdoppelt."

Auf Nachfrage von Stacy Rasgon (Bernstein) präzisierte Su das „mehr als verdoppelt" später im Call zu „well over 100%" — was implizit ein Data-Center-Umsatzniveau von 40 Mrd. USD+ für 2027 impliziert und die Grundlage für die Interpretation von Jefferies bildet, dass allein das KI-GPU-Geschäft 2027 auf 40 Mrd. USD anwachsen könnte.



Was Analysten im Q&A nachgehakt haben

Vier Themen dominierten die Telefonkonferenz.


Erstens die GPU-vs-CPU-Balance in 2027 — Thomas O'Malley (Barclays) fragte nach dem relativen Wachstumsbeitrag der beiden Data-Center-Segmente. Sus Antwort: Beide Segmente werden „substantiell wachsen", wobei die Data-Center-AI-Total-Adressable-Market (TAM) größer sei — mit dem Ramp der strategischen Kunden (OpenAI, Meta, Anthropic) auf Helios in 2027 werde man dort erhebliches Wachstum sehen. Hu ergänzte zur Bruttomargen-Frage: Server-Business sei „margen-erhöhend", Data-Center-AI leicht unter dem Konzernschnitt — das Embedded-Segment biete zusätzlichen Rückenwind für die Bruttomarge in 2027.


Zweitens die Gigawatt-Kapazität und HBM-Kosten — Vivek Arya (BofA) fragte nach der 2027-Gigawatt-Sichtbarkeit und der Absicherung gegen Memory-Cost-Inflation bei einem HBM-Anteil von rund 50 Prozent über dem Wettbewerb. Sus Antwort: Es liege sehr gute Sichtbarkeit für die HBM-Allokation für 2027 vor — man arbeite seit mehreren Jahren mit den Memory-Partnern für einen starken Business-Ramp. Der größere Memory-Footprint sei Workload-abhängig ein Vorteil — bei mittelgroßen Modellen könne man die Speicherkonfiguration entsprechend anpassen, wenn der Total Cost of Ownership dies erfordere.


Drittens die Aggressivität der 2027-Prognose — Stacy Rasgon (Bernstein) hakte nach, wie viel Arbeit das „more" in „more than 70% Server-Wachstum" leiste. Sus Antwort: „Well over 100%" beim Gesamt-Data-Center-Segment — was das Data-Center-AI-Business auf „well over 100%" wachsen lasse, getragen durch die strategischen Kunden und den Helios-Ramp. Später präzisierte Su gegenüber C.J. Muse (Cantor Fitzgerald), dass die von Analysten teils angenommene Zahl von 30 Mrd. USD Instinct-Umsatz in 2027 „wahrscheinlich zu niedrig" sei.


Viertens die Server-CPU-Supply-Constraints — Joseph Moore (Morgan Stanley) fragte nach der aktuellen Kapazitätslage und der Fähigkeit der Lieferkette, das 70-Prozent-Server-Wachstum 2027 zu tragen. Sus Antwort: Der Server-CPU-Supply-Chain sei aktuell angespannt, weil viel Nachfrage nicht antizipiert wurde — für 2027 sei die Nachfrage besser prognostiziert und die Kapazität ausreichend, um „mehr als 70 Prozent Wachstum" zu bedienen. Zur 2-nm-Fertigung: Aufgrund der Chiplet-Technologie werde bei neuen Nodes weniger Wafer-Kapazität benötigt, was den Anlauf beschleunige.



Kursziele und Analystenratings im Überblick





Wichtige Analystenkommentare


Wells Fargo (Rating: Overweight | Kursziel: 615 → 700 USD)

Wells Fargo hat das Kursziel für AMD von 615 auf 700 USD angehoben — das höchste Kursziel im Analystenfeld — und behält die Bewertung „Übergewichten" für die Aktie bei. Das Unternehmen weist darauf hin, dass AMD nun ein Umsatzwachstum erwartet, das „deutlich" über dem bisherigen Ziel liegt — nämlich eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von über 35 Prozent im Zeitraum 2025-2030 — und dass der Gewinn je Aktie bis 2029-2030 das bisherige Ziel von 20 USD pro Aktie „deutlich übertreffen" wird.


Jefferies (Rating: Buy | Kursziel: 640 → 650 USD)

Der Jefferies-Analyst Blayne Curtis hat das Kursziel des Unternehmens für AMD von 640 auf 650 USD angehoben und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei. Zwar blieben die Ergebnisse und Prognosen des Unternehmens hinter den „hohen Erwartungen" zurück, doch verläuft die Entwicklung weiterhin nach Plan, da die AI-GPUs im vierten Quartal deutlich an Fahrt gewinnen, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. Jefferies sieht Potenzial dafür, dass das KI-GPU-Geschäft von AMD im Jahr 2027 ein Volumen von 40 Mrd. USD erreichen könnte, bei einem Serverumsatz von 30 Mrd. USD, da sich die Lieferlage verbessert und „Venice" die Preise in die Höhe treibt.


Truist Securities (Rating: Buy | Kursziel: 478 → 594 USD)

Der Truist-Analyst William Stein hat das Kursziel des Unternehmens für AMD von 478 auf 594 USD angehoben und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei. Die sich verbessernde Produktleistung von AMD, die steigende Nachfrage und die starke Umsetzung führen zu einer höheren Prognose für das dritte Quartal und einem glaubwürdigeren Ausblick für den Bereich Rechenzentren für das Jahr 2027, wobei das Management davon ausgeht, dass sich das Geschäft mehr als verdoppeln wird, teilt der Analyst den Anlegern in einer Analyse mit.


Mizuho (Rating: Outperform | Kursziel: 625 → 580 USD)

Mizuho senkte das Kursziel für AMD von 625 auf 580 USD — die einzige Kurszielsenkung im Analystenfeld — und behält die Bewertung „Outperform" für die Aktie bei. Das Unternehmen bewertet den Quartalsbericht des Unternehmens für das Juni-Quartal angesichts der hohen Erwartungen als gut.


JPMorgan (Rating: Neutral | Kursziel: 385 → 550 USD)

Der JPMorgan-Analyst Harlan Sur hat das Kursziel des Unternehmens für AMD von 385 auf 550 USD angehoben — die größte absolute Kurszielanhebung im Analystenfeld — und behält seine „Neutral"-Einstufung für die Aktie bei. Das Unternehmen habe erneut ein Quartal verzeichnet, in dem die Ergebnisse die Konsensprognosen übertrafen und die Prognosen nach oben korrigiert wurden, auch wenn die Prognose für das September-Quartal leicht unter den Erwartungen der Buy-Side-Analysten lag, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Wachstum im Bereich Rechenzentren die Gesamtausgaben für KI-Infrastruktur im Jahr 2027 deutlich übertreffen wird.


DA Davidson (Rating: Buy | Kursziel: 425 → 550 USD)

DA Davidson hat das Kursziel für AMD von 425 auf 550 USD angehoben und behält die Kaufempfehlung für die Aktie bei. AMD hat im zweiten Quartal dank des rasanten Wachstums im Bereich Rechenzentren die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Nachfrage nach Instinct-GPUs und die sich erweiternden Möglichkeiten im CPU-Bereich stützen die Prognose für einen größeren Gesamtmarkt (TAM) im Serverbereich sowie potenzielle Marktanteilsgewinne aufgrund von Engpässen in der KI-Infrastruktur, so der Analyst in einer Analyse für Anleger.


Morgan Stanley (Rating: Equal Weight | Kursziel: 410 → 465 USD)

Der Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore hat das Kursziel des Unternehmens für AMD von 410 auf 465 USD angehoben — das niedrigste Kursziel im Analystenfeld — und behält seine „Equal Weight"-Bewertung für die Aktie bei. Die kurzfristigen Zahlen seien „nicht überraschend", doch die Aussage, dass sich der Umsatz im Bereich Rechenzentren bis 2027 „deutlich mehr als verdoppeln" werde, sei „zweifellos positiv", so der Analyst, der die EPS-Schätzungen des Unternehmens für die Kalenderjahre 2026 und 2027 um 3 Prozent bzw. 9 Prozent angehoben hat.



Fazit


AMD Tageschart

AMDs Q2 markiert einen strukturellen Wendepunkt: Data Center überschreitet mit 58 Prozent Anteil erstmals dauerhaft die Hälfte des Konzernumsatzes und wächst gleichzeitig um 107 Prozent YoY. Die Kombination aus der Ankündigung, die im November 2025 kommunizierten Langfristziele deutlich zu übertreffen („substantiell über 35% CAGR", EPS „signifikant über" 20 USD), und der Anthropic-Partnerschaft... für 2 GW MI450-Deployments positioniert AMD klar als zweiten dominierenden KI-Chip-Anbieter neben Nvidia. Die Data-Center-Prognose von „well over 100%" Wachstum in 2027 impliziert einen Data-Center-Umsatz von rund 40 Mrd. USD und mehr.


Die zentrale Frage für die kommenden Quartale ist die Umsetzung des Helios-Ramps und die Fähigkeit, den Supply Chain für die 2027-Wachstumsraten zu skalieren. Morgan Stanley formuliert die vorsichtigere Interpretation: Die kurzfristigen Zahlen seien „nicht überraschend", während die 2027-Verdopplung „zweifellos positiv" sei. Der Bewertungsabstand von 235 USD zwischen Wells Fargos 700 USD und Morgan Stanleys 465 USD zeigt: Die skeptischeren Broker lehnen die These nicht ab, sondern bepreisen sie vorsichtiger. Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage, ob AMD zum zweiten dominierenden KI-Chip-Anbieter wird, sondern zu welcher Bewertung dies bereits eingepreist ist.


Wenn ihr Feedback oder Vorschläge habt, was ich mir ansehen sollte, schickt mir eine Nachricht an info@theanalyst.de oder @theanalystde auf X.


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