US-Inflation im Juni deutlich sanfter als erwartet, 3,5% YoY -0,4% MoM
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Highlights
Inflation mit 3,5% YoY deutlich unter den Erwartungen von 3,8%
Stärkster monatlicher Rückgang des CPI seit April 2020
Kernrate sinkt auf 2,6% YoY – Shelter mit geringstem Anstieg seit Januar 2021

Die US-Inflation sank im Juni um 0,4% im Monatsvergleich und lag damit deutlich unter den Markterwartungen von -0,1%. Dies war der stärkste monatliche Rückgang des Gesamtindex seit April 2020. Im Jahresvergleich stieg der CPI um 3,5%, nach 4,2% im Mai. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie sank auf 2,6% YoY.
Der Index für alle Güter ohne Nahrungsmittel und Energie blieb im Juni unverändert. Im Jahresvergleich betrug der Anstieg 2,6%, nach 2,9% im Mai. Der Energieindex fiel im Juni um 5,7% – der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020 – und glich die Anstiege in anderen Bereichen mehr als aus. Der Nahrungsmittelindex stieg um 0,2%.

Nahrungsmittel
Der Nahrungsmittelindex stieg im Jahresvergleich um 3,0%. Der Index für Lebensmittel für den Eigenbedarf legte in den zwölf Monaten bis Juni um 2,7% zu. Innerhalb dieser Kategorie verzeichnete der Index für Obst und Gemüse mit 5,3% den stärksten Anstieg. Alkoholfreie Getränke legten um 2,9% zu, Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier um 2,6%, sonstige Lebensmittel um 2,4% und Getreide und Backwaren um 2,4%. Milchprodukte stiegen um 0,4%.
Der Index für Außer-Haus-Verpflegung stieg im Jahresvergleich um 3,4%. Mahlzeiten in Restaurants mit Bedienung verteuerten sich um 3,7%, Mahlzeiten mit eingeschränktem Service um 3,1%.
Im Monatsvergleich stieg der Nahrungsmittelindex um 0,2%. Lebensmittel für den Eigenbedarf legten ebenfalls um 0,2% zu. Milchprodukte stiegen mit 1,2% am stärksten, gefolgt von Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier mit 0,6% (Eier allein +4,3%). Sonstige Lebensmittel legten um 0,5% zu, Getreide und Backwaren um 0,3%. Im Gegensatz dazu sanken alkoholfreie Getränke um 1,5% (Kaffee -2,0%) und Obst und Gemüse um 0,2%.

Energie
Der Energieindex stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 15,7%. Benzin legte um 26,7% zu, Strom um 4,0% und Erdgas um 3,0%.
Im Juni sank der Energieindex um 5,7% – der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Benzin brach um 9,7% ein. Strom fiel um 1,0%, während Erdgas um 0,5% zulegte.

Wohnen
Der Wohnungsindex stieg im Jahresvergleich um 3,3%. Im Juni legte der Index lediglich um 0,1% zu – der geringste monatliche Anstieg seit Januar 2021. Der Index für die äquivalente Miete für Eigentümer stieg um 0,2%, der Mietindex um 0,1%. Übernachtungen außerhalb des eigenen Hauses sanken um 2,3%.

Kerninflation
Der Index für alle Güter ohne Nahrungsmittel und Energie stieg im Jahresvergleich um 2,6%. Neben dem Wohnungsindex verzeichneten weitere Kategorien deutliche Zuwächse: Flugpreise mit 26,5%, Freizeit mit 2,8%, Haushaltsausstattung und -betrieb mit 2,5% sowie medizinische Versorgung mit 2,0%.
Im Monatsvergleich blieb der Index unverändert. Freizeit stieg um 0,5%, Haushaltsausstattung und -betrieb sowie Körperpflege jeweils um 0,2%. Neuwagen blieben unverändert. Im Gegensatz dazu sanken Kfz-Versicherungen um 2,0%, Kommunikation um 1,5%, Bekleidung um 0,6% und gebrauchte Pkw und Lkw um 0,2%.
Fazit
Die Juni-Daten markieren eine deutliche Trendwende. Der stärkste monatliche CPI-Rückgang seit April 2020, eine Kernrate von 2,6% und der geringste Shelter-Anstieg seit Januar 2021 zeigen, dass der Inflationsdruck nachlässt – schneller als erwartet.
Die Diskussion um mögliche Zinserhöhungen dürfte damit erstmal vom Tisch sein. Die Frage verschiebt sich wieder in Richtung Zinssenkungen – auch wenn die Fed bei einer Headline-Inflation von 3,5% noch Geduld mitbringen muss.
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