US Erzeugerpreise im September: Energieschock sprengt alle Erwartungen
Highlights
Erzeugerpreise explodieren um 1,3% - massiv über Erwartungen von 0,5%
Stärkster Anstieg seit März 2022, Jahresrate springt auf 6,3%
Güterpreise erreichen erneut Rekordniveau (+2,6%), Dienstleistungen ziehen mit +0,8% nac

Die US-Erzeugerpreise explodierten im September saisonbereinigt um 1,3% und lagen damit dramatisch über den Erwartungen von 0,5%, nachdem sie im August um 0,5% zugelegt hatten. Das BLS meldete damit den stärksten monatlichen Anstieg seit März 2022 (+1,7%).
Im Jahresvergleich schoss die Erzeugerpreisinflation auf 6,3% – massiv über den Konsenserwartungen von 5,3% und der höchste Wert seit Dezember 2022 (6,4%). Die kurze Verschnaufpause im Juni und Juli erweist sich endgültig als Korrektur im Aufwärtstrend, nicht als Trendwende.

Güterpreise brechen erneut Rekorde
Die Preise für Endnachfragegüter explodierten im September um 2,6% – wie bereits im Mai der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenerhebung 2009. Über 80% dieses Anstiegs sind auf Energie zurückzuführen, die um 10,8% sprang.
Benzin schoss um 20,3% nach oben und machte die Hälfte des gesamten Güterpreisanstiegs aus. Dieselkraftstoff stieg bei verarbeiteten Gütern um 21,0%, auch Kerosin und Heizöl verteuerten sich massiv. Rohöl explodierte bei unverarbeiteten Gütern um 28,3%.
Lebensmittel stiegen um 1,2%, frisches Gemüse und Fleisch verteuerten sich. Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie legten um 0,3% zu.
Im dramatischen Kontrast: Hühnereier kollabierten um 39,7%. Auch thermoplastische Kunstharze und gewerblicher Strom gaben nach.

Dienstleistungen ziehen kräftig nach
Die eigentliche Warnung: Der Dienstleistungssektor stieg im September um 0,8% – der stärkste Anstieg seit April und ein dramatischer Sprung nach dem mageren +0,1% im August. Die Inflation erfasst damit erneut alle Fronten.
Handelsmargen sprangen um 1,4%, angeführt vom Maschinen- und Fahrzeuggroßhandel mit +3,9%. Transport- und Lagerdienstleistungen explodierten um 3,4% – getrieben von Lkw-Transport und Fluggastgebühren. Lebensmittelgroßhandel, Hotelzimmervermietung und Lebensmitteleinzelhandel legten ebenfalls kräftig zu.
Demgegenüber kollabierten Kraftstoffeinzelhandelsmargen um 30,3% – der gewohnte paradoxe Gegeneffekt zu steigenden Benzinpreisen. Auch Wertpapierhandel und Chemikaliengroßhandel gaben nach.
Rohstoffmärkte unter Hochdruck
Bei den Rohstoffen herrschte maximaler Preisdruck: Unverarbeitete Güter explodierten um 8,4% – der stärkste Anstieg seit Februar 2022. Über 80% gehen auf Energierohstoffe zurück, die um 22,2% sprangen.
Rohöl dominierte mit +28,3%. Auch Getreide, Erdgas, Nichteisenmetallerze und frisches Gemüse verteuerten sich. Rohmilch fiel hingegen um 12,3%, auch Schlachtgeflügel und Aluminiumschrott gaben nach.
Verarbeitete Güter stiegen um 2,5%, Dieselkraftstoff allein um 21,0%.

Kernindikator beschleunigt erneut
Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel beschleunigte sich auf 0,5% – nach 0,3% im August. Im Jahresvergleich liegt dieser wichtige Indikator bei 5,0%. Die kurze Beruhigung im Juni (0,1%) ist längst vergessen.
Fazit
Die September-Daten zerschlagen jede Hoffnung auf eine nachhaltige Abkühlung. Mit +1,3% verzeichnete der PPI den stärksten monatlichen Anstieg seit März 2022 – doch der Schock hat einen entscheidenden Haken: Über 80% des Güterpreisanstiegs sind energiegetrieben, und Ölpreise gehören zu den am wenigsten sticky Komponenten im Preisindex.
Sollte sich der Irankonflikt entspannen und Rohöl von seinen +28,3% wieder korrigieren, normalisiert sich ein Großteil des Schubs von selbst. Die eigentliche Warnung liegt daher im Kern-PPI (+0,5%) und der Dienstleistungsinflation (+0,8%) – diese Komponenten drehen deutlich langsamer.
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