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US Erzeugerpreise im August: Dieselschock treibt Güterpreis-Rebound

vor 19 Stunden
3 Min. Lesezeit

Highlights

  • Erzeugerpreise steigen um 0,4% - im Rahmen der Erwartungen

  • Güterpreise kehren mit +1,1% zurück, Diesel explodiert um 24,1%

  • Dienstleistungen verlangsamen sich auf +0,1%, Kern-PPI bei 0,3%


Los Angeles


Die US-Erzeugerpreise stiegen im August saisonbereinigt um 0,4% und lagen damit im Rahmen der Erwartungen von 0,4%, nachdem sie im Juli um 0,1% zugelegt hatten. Das BLS meldete damit eine moderate Erholung nach der Korrekturphase im Juni und Juli.


Im Jahresvergleich erreichte die Erzeugerpreisinflation 5,4% – leicht über den Konsenserwartungen von 5,3%. Der Jahreswert zog damit nach dem Rückgang von 5,9% (Mai, revidiert) auf 4,8% (Juli, revidiert) wieder an.


US Producer Price Index YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Güterpreise kehren zurück – getrieben von Diesel


Die Preise für Endnachfragegüter stiegen im August um 1,1% – nach zwei Monaten im Minus. Mehr als drei Viertel dieses Anstiegs sind auf Energie zurückzuführen, die um 4,2% zulegte.


Dieselkraftstoff dominierte das Bild und schoss um 24,1% nach oben – der mit Abstand größte Einzelfaktor, der allein mehr als ein Drittel des gesamten Güterpreisanstiegs ausmachte. Auch Benzin, Kerosin und Heizöl verteuerten sich. Süßwaren und Tabakwaren legten ebenfalls zu.


Demgegenüber fiel Haushaltsstrom um 0,5%. Auch frische Wurstwaren und Aluminiumhalbzeug gaben nach.


Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie stiegen um 0,4%, Nahrungsmittel legten nur minimal um 0,1% zu.


US PPI Energy YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Dienstleistungen fast stagnierend


Der Dienstleistungssektor stieg im August nur minimal um 0,1% – eine deutliche Verlangsamung nach den +0,2% im Juli. Dahinter verbarg sich eine ausgeprägte Spaltung zwischen Transport und dem Rest.


Transport- und Lagerdienstleistungen explodierten um 2,3%, angeführt von Lkw-Transport (+2,0%) und Fluggastgebühren. Auch Rechtsdienstleistungen und stationäre Krankenhausbehandlung verteuerten sich.


Demgegenüber brachen die Kraftstoffeinzelhandelsmargen um 11,3% ein – ein paradoxer Gegeneffekt zum Dieselpreisanstieg. Auch Margen im Gesundheits- und Schönheitseinzelhandel sowie im Maschinen- und Fahrzeuggroßhandel gaben nach. Portfoliomanagement fiel ebenfalls – nach der Explosion von +6,5% im Juli.


Handelsmargen insgesamt sanken um 0,2%, während Kerndienstleistungen unverändert blieben.



Rohstoffmärkte drehen ins Plus


Nach zwei Monaten Korrektur drehten die Rohstoffmärkte: Nichteisenmetallschrott stieg um 3,7% und war der größte Einzelfaktor. Auch Rohöl, Schlachtgeflügel, Mais und Nichteisenmetallerze verteuerten sich.


Schlachtrinder kollabierten hingegen um 6,4%. Auch Erdgas und Stahlschrott gaben nach.


Verarbeitete Güter stiegen um 1,8%, getrieben von der Energiekomponente (+7,3%). Bestückte Leiterplatten und organische Grundchemikalien legten ebenfalls zu.


US PPI Construction YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Kernindikator verlangsamt sich leicht


Leichte Entspannung: Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel verlangsamte sich von 0,4% im Juli auf 0,3%. Im Jahresvergleich verharrt der Indikator bei 4,7%.



Fazit


Die August-Daten zeigen ein moderateres Bild als die Monate zuvor. Der Anstieg von 0,4% lag im Rahmen der Erwartungen – eine Seltenheit in dieser Berichtssaison. Der Dieselschock von +24,1% dominierte die Güterseite, während Dienstleistungen mit +0,1% fast stagnierten. Der Kern-PPI verlangsamte sich leicht auf 0,3%, bleibt mit einem Jahreswert von 4,7% aber deutlich erhöht.


Laut CME FedWatch Tool preist der Markt für die September-Sitzung mittlerweile mit knapp 70% eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Die EZB hat heute bereits um 25 Basispunkte angehoben – zieht die Fed nächste Woche nach?


CME FedWatch Tool

Für Anleger bleibt das Umfeld herausfordernd: Der September ist historisch der schwächste Börsenmonat – und die Kombination aus Fed-Entscheidung, Midterms und Iran-Konflikt macht ihn in diesem Jahr nicht einfacher. Ab Oktober spricht die Saisonalität – wie im Midterm-Artikel beschrieben – historisch wieder deutlich für den Markt.


Die morgigen CPI-Daten dürften weiteren Aufschluss darüber geben, ob sich der Preisdruck auch auf Verbraucherebene bestätigt.


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