US Erzeugerpreise im Juni: Energiekorrektur drückt PPI ins Minus
Highlights
Erzeugerpreise fallen um 0,3% - deutlich unter Erwartungen von 0,0%
Güterpreise kollabieren um 1,4% - stärkster Rückgang seit Juli 2022
Kern-PPI stürzt von 0,8% auf 0,1% ab

Die US-Erzeugerpreise fielen im Juni saisonbereinigt um 0,3% und lagen damit deutlich unter den Erwartungen von 0,0%, nachdem sie im Mai noch um 0,6% gestiegen waren. Das BLS meldete damit den ersten Rückgang seit Monaten – eine dramatische Umkehr nach zwei Monaten mit massiven Preisanstiegen.
Im Jahresvergleich erreichte die Erzeugerpreisinflation 5,5% und lag damit deutlich unter den Konsenserwartungen von 6,2%. Trotz des Rückgangs bleibt der Jahreswert auf historisch erhöhtem Niveau.

Güterpreise kollabieren
Die Preise für Endnachfragegüter brachen im Juni um 1,4% ein – der stärkste Rückgang seit Juli 2022 und eine vollständige Umkehr des Mai-Rekordanstiegs von 2,8%.
Benzin stürzte um 12,0% ab – nach dem Sprung von 23,4% im Mai. Dieselkraftstoff kollabierte um 18,0%, auch Kerosin und Rohöl gaben massiv nach. Die Energiepreise insgesamt fielen um 6,4%.
Auch Nahrungsmittel gaben um 0,6% nach. Frisches Gemüse und thermoplastische Kunstharze verbilligten sich ebenfalls.
Lediglich Kunststofferzeugnisse (+1,6%) und Haushaltsstrom boten Widerstand.
Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie legten moderat um 0,2% zu – eine deutliche Beruhigung nach den 0,8% im Mai.

Dienstleistungen stabilisieren sich
Der Dienstleistungssektor stieg im Juni leicht um 0,2%, nach einem Rückgang von 0,1% im Mai. Handelsmargen legten um 0,4% zu, angetrieben von Kraftstoffeinzelhandelsmargen, die um 13,0% explodierten – ein paradoxer Effekt der fallenden Benzinpreise, die die Einzelhandelsmargen aufblähten.
Auch Wertpapierhandel, Möbeleinzelhandel und stationäre Pflegeleistungen verteuerten sich. Kerndienstleistungen stiegen moderat um 0,1%.
Demgegenüber brachen die Margen im Maschinen- und Fahrzeuggroßhandel um 8,4% ein. Auch Lebensmittelgroßhandel und Einlagendienstleistungen gaben nach. Transport- und Lagerdienstleistungen fielen um 0,1%.
Rohstoffmärkte unter Druck
Bei den Rohstoffen setzte die Korrektur massiv ein: Rohöl stürzte um 12,1% ab, Getreide, Schlachtschweine und Schlachtrinder gaben ebenfalls deutlich nach. Rohbaumwolle fiel kräftig.
Erdgas stieg hingegen um 16,6% – eine Gegenbewegung zur Schwäche der Vormonate. Auch Rohmilch und Stahlschrott verteuerten sich.
Unverarbeitete Güter fielen insgesamt um 4,1% – der stärkste Rückgang seit Mai 2023.

Kernindikator beruhigt sich drastisch
Entwarnung beim Kernindikator: Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel stürzte von 0,8% im Mai auf 0,1% ab. Im Jahresvergleich verharrt der Indikator bei 5,1%.
Fazit
Die Juni-Daten markieren eine scharfe Korrektur nach der Mai-Rekordinflation. Güterpreise brachen um 1,4% ein, Benzin korrigierte um 12,0%, und der Kern-PPI stürzte von 0,8% auf 0,1%.
Die Mai-Panik erweist sich – zumindest teilweise – als energiegetriebene Übertreibung. Der Jahreswert von 5,5% bleibt auf historisch hohem Niveau, und die volatile Hin-und-Her-Bewegung bei Energie erschwert der Fed die Einschätzung des tatsächlichen Inflationstrends. Ein Monat Korrektur ist noch keine Trendwende.
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