US Erzeugerpreise im Mai: Güterpreise erreichen Rekordniveau
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Highlights
Erzeugerpreise steigen um 1,1% - über Erwartungen von 0,7%
Güterpreise explodieren um 2,8% - stärkster Anstieg seit Beginn der Datenerhebung 2009
Kern-PPI beschleunigt auf 0,8% - höchster Wert seit März 2022

Die US-Erzeugerpreise stiegen im Mai saisonbereinigt um 1,1% und lagen damit über den Erwartungen von 0,7%, nachdem sie im April ebenfalls um 1,1% zugelegt hatten. Das BLS meldete damit den zweiten Monat in Folge mit massivem Preisanstieg.
Im Jahresvergleich schoss die Erzeugerpreisinflation auf 6,5% – über den Konsenserwartungen von 6,4% und der höchste Wert seit November 2022.

Güterpreise brechen alle Rekorde
Die Preise für Endnachfragegüter explodierten im Mai um 2,8% – der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenerhebung im Dezember 2009. 80% dieses Anstiegs sind auf Energie zurückzuführen, die um 10,7% sprang.
Benzin verteuerte sich um 23,4% und machte mehr als die Hälfte des gesamten Güterpreisanstiegs aus. Dieselkraftstoff schoss um 15,7% nach oben, auch Kerosin und Flüssigerdgas verteuerten sich massiv. Industriechemikalien und Kunststoffharze stiegen ebenfalls kräftig.
Im Kontrast: Schweinefleisch kollabierte um 10,1%. Auch Haushaltsstrom und Hygienepapierprodukte gaben nach.
Kerngüter ohne Lebensmittel und Energie legten deutlich um 0,8% zu – eine weitere Beschleunigung nach den 0,7% im April. Nahrungsmittelpreise stiegen um 0,6%.

Dienstleistungen verlangsamen sich
Der Dienstleistungssektor verlangsamte sich im Mai auf 0,3%, nach der Explosion von 1,2% im April. Doch der Schein trügt: Die Kerndienstleistungen ohne Handel, Transport und Lagerhaltung stiegen solide um 0,7%, und Transport explodierte um 2,6%.
Portfoliomanagement sprang um 4,8% und machte allein über 40% des Dienstleistungsanstiegs aus. Auch Lkw-Transport, Wertpapierhandel, Chemikaliengroßhandel und Fluggastgebühren legten kräftig zu.
Die Verlangsamung kam ausschließlich von den Handelsmargen, die um 1,1% einbrachen – angeführt vom Maschinen- und Fahrzeuggroßhandel mit einem Rückgang von 1,9%. Auch Kraftstoffeinzelhandel gab nach.
Rohstoffmärkte unter Hochdruck
Bei den Rohstoffen setzte sich der Aufwärtstrend fort: Rohöl schoss um 11,8% nach oben und machte mehr als zwei Drittel des Rohstoffanstiegs aus. Mais, Schlachtrinder, Rohmilch und Aluminiumschrott verteuerten sich ebenfalls.
Erdgas fiel hingegen um 18,2%. Auch Schlachtschweine und hochwertiges Altpapier gaben nach.
Verarbeitete Güter stiegen um 3,5% – der stärkste Anstieg seit März 2021. Unverarbeitete Güter explodierten um 4,9%.

Kernindikator
Der Kern-PPI ohne Lebensmittel, Energie und Handel beschleunigte sich auf 0,8% – der stärkste Anstieg seit März 2022. Im Jahresvergleich liegt dieser wichtige Indikator bei 5,1% – dem höchsten Wert seit Oktober 2022.
Fazit
Die Mai-Daten zeigen: Die Inflationswelle bricht nicht ab. Güterpreise erreichten mit +2,8% ein Rekordniveau seit Beginn der Datenerhebung. Benzin (+23,4%), Diesel (+15,7%) und Rohöl (+11,8%) treiben eine massive Energiepreisspirale.
Der eigentliche Alarmfaktor ist jedoch der Kern-PPI: Mit +0,8% erreichte er den höchsten Wert seit März 2022 und zeigt, dass der Preisdruck weit über Energie hinausgeht – von Industriechemikalien über Kunststoffe bis zu Portfoliomanagement. Die Dienstleistungsverlangsamung ist eine Illusion der einbrechenden Handelsmargen, während Kerndienstleistungen und Transport weiter kräftig steigen.
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