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AMD Q3-Zahlen: Umsatz +45% auf Rekordwert von 13,4 Mrd. USD, Data Center verdoppelt sich nahezu

vor 20 Stunden
6 Min. Lesezeit

Highlights

  • Umsatz: 13,4 Mrd. USD (Prognose: 13,09 Mrd. USD)

  • EPS: 2,09 USD (Prognose: 1,94 USD)

  • Segmentergebnisse:

    - Data Center: 8,5 Mrd. USD (+97% YoY)

    - Client and Gaming: 3,7 Mrd. USD (-8% YoY)

    - Embedded: 1,1 Mrd. USD (+29% YoY)

  • Bruttomarge: 56%

  • Ausblick Q4: Umsatz rund 16,5–17,5 Mrd. USD (Konsens: 16,14 Mrd. USD); non-GAAP-Bruttomarge rund 55%; Data Center sequenziell +50%

  • Ausblick 2027: Umsatz >80% Wachstum; Server-Umsatz verdoppelt sich; Data Center AI wächst noch schneller; Data Center >80% des Gesamtumsatzes


AMD CEO Lisa Su

AMD hat seine Q3-Zahlen vorgelegt und mit einem Umsatzanstieg von 45 Prozent auf den Rekordwert von 13,4 Mrd. USD sowohl den Konsens von 13,09 Mrd. USD als auch die eigene Prognose übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 2,09 USD lag 8 Prozent über der Erwartung von 1,94 USD. Das Data-Center-Segment verdoppelte sich nahezu auf 8,5 Mrd. USD und macht mittlerweile 64 Prozent des Gesamtumsatzes aus — vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent.


CEO Lisa Su beschrieb das Quartal als das „größte und profitabelste in unserer Geschichte" und verwies auf den planmäßigen Produktionsanlauf der nächsten Generation. Die MI455X-GPUs gingen in Volumenproduktion, und Kunden wie Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle nahmen ihre ersten Helios-Racks in Betrieb. Für das vierte Quartal prognostiziert AMD einen Umsatzsprung von 27 Prozent sequenziell, getrieben durch ein Data-Center-Wachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für 2027 hob Su die Erwartung auf über 80 Prozent Umsatzwachstum an — mehr als doppelt so viel wie das auf dem Financial Analyst Day kommunizierte Langfristmodell.


Die Analysten reagierten gespalten: 5 von 9 Häusern hoben ihre Kursziele an, 4 senkten. Das Median-Kursziel liegt bei 650 USD, das höchste von Stifel bei 725 USD, das niedrigste von Morgan Stanley bei 550 USD. Die größte absolute Anhebung kam von Piper Sandler mit +50 USD auf 650 USD, die größte Senkung von Mizuho mit -95 USD auf 610 USD.



Earnings Call: Was Lisa Su und Jean Hu gesagt haben


Kernbotschaft von CEO und CFO

CEO Lisa Su eröffnete mit der Einordnung des Quartals als historischen Meilenstein: Das Data-Center-Segment wuchs 97 Prozent im Jahresvergleich, die operative Marge expandierte um über 5 Prozentpunkte auf 29 Prozent. Su hob drei strategische Entwicklungen hervor — den Beginn der Volumenlieferungen von EPYC Venice und MI455X, den Aufbau von Helios-Rack-Systemen bei allen großen Kunden, und die Akquisitionen von Taalas sowie World Labs unter der Leitung von Dr. Fei-Fei Li, die als Chief Scientist zu AMD stoßen wird.


CFO Jean Hu unterstrich die operative Hebelwirkung: Das Gewinnwachstum von 74 Prozent übertraf das Umsatzwachstum deutlich. Im vierten Quartal werde erstmals der Data-Center-AI-Umsatz den Server-CPU-Umsatz übertreffen. Für 2027 stellte Hu eine Betriebskostenentwicklung in Aussicht, die weniger als die Hälfte des Umsatzwachstums betrage — was eine erhebliche Margenexpansion impliziert.


AMD Ryzen

Drei zentrale Aussagen

„Das dritte Quartal war das größte und profitabelste in unserer Geschichte, als wir mit dem Hochlauf unserer Data-Center-Produkte der nächsten Generation begannen. Der Umsatz stieg um 45 Prozent im Jahresvergleich auf 13,4 Milliarden Dollar, getrieben durch Rekordverkäufe bei EPYC und Instinct sowie starkes Embedded-Wachstum."

Su stellte diese Einordnung an den Anfang und verwies auf die beschleunigte Gewichtung des Data-Center-Segments, das von 47 Prozent des Gesamtumsatzes vor einem Jahr auf 64 Prozent gestiegen ist. Das Gewinnwachstum je Aktie von 74 Prozent verdeutlicht die zunehmende Skalierung des Geschäftsmodells.

„Wir haben im dritten Quartal mit den Volumenlieferungen von MI455X begonnen, und führende Kunden, darunter Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle, haben ihre ersten Helios-Racks schnell in Betrieb genommen."

Su unterstrich damit den Übergang vom Produktankündigungs- zum Auslieferungsmodus. Die Helios-Rack-Systeme vereinen MI455X-GPUs mit Venice-EPYC-Prozessoren in einer offenen, skalierbaren Architektur. HPE, Dell, Lenovo und Supermicro werden ab dem vierten Quartal eigene Systeme ausliefern.

„Auf Basis unserer aktuellen Visibilität erwarten wir nun, dass der Umsatz 2027 um mehr als 80 Prozent wachsen wird — das ist mehr als das Doppelte des Langfristmodells, das wir auf unserem Financial Analyst Day im vergangenen November vorgestellt haben."

Su ergänzte, der Server-Umsatz werde sich 2027 verdoppeln, der Data-Center-AI-Umsatz noch schneller wachsen. Die Visibilität habe sich verbessert, da Kunden ihre EPYC- und Instinct-Deployments ausgebaut hätten und AMD zusätzliche Kapazitäten gesichert habe. Data Center werde 2027 über 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.



Was Analysten im Q&A nachgehakt haben

Vier Themen dominierten die Telefonkonferenz.


Erstens Supply-Readiness und Nachfrage-Angebot-Dynamik — Tom O'Malley (Barclays) und Joseph Moore (Morgan Stanley) fragten, ob das 2027-Wachstum durch Kapazitäten abgesichert sei. Su bestätigte mehrjährige Planung mit Kunden und Zulieferern, räumte aber ein, dass die Nachfrage das Angebot übersteige. AMD gewinne in allen drei Teilsegmenten — Cloud/Enterprise, Agentic-Workloads und Head-Nodes — Marktanteile und arbeite aktiv an zusätzlicher Kapazität.


Zweitens Wettbewerb mit Custom-ASICs — Vivek Arya (BofA) fragte, wie Frontier-Labs zwischen eigenen ASICs und AMD-GPUs entscheiden. Su verwies auf die TCO-Vorteile von Helios und die höhere Flexibilität von General-Purpose-GPUs. Über MI455 hinaus arbeite AMD an MI500 und MI600, die stärker auf Frontier-Lab-Anforderungen zugeschnitten würden.


Drittens HBM-Kosten und Bruttomarge — Joshua Buchalter (TD Cowen) und Stacy Rasgon (Bernstein) fragten nach der Fähigkeit, steigende HBM-Preise weiterzugeben. Su verwies auf langfristige Vereinbarungen und partnerschaftliche Kostenteilung. CFO Hu stellte den Q4-Wert von 55 Prozent als Orientierung für 2027 in Aussicht, betonte aber quartalsweise Schwankungen je nach Data-Center-AI- und Server-CPU-Mix.


Viertens Client-Schwäche und PC-Markt 2027 — Tom O'Malley und Harsh Kumar (BMO) hakten beim PC-Ausblick nach. Su plant mit einem zweistelligen Rückgang der Markteinheiten, konzentriert sich auf die margenstarken Segmente Enterprise und Premium-Consumer und verweist auf die Flexibilität, Lieferkettenkapazitäten zwischen PC und Data Center umzuschichten.



Kursziele und Analystenratings im Überblick





Wichtige Analystenkommentare


Stifel (Rating: Buy | Kursziel: 700 → 725 USD)

Stifel hob das Kursziel um 25 USD auf 725 USD an und behält die Kaufempfehlung bei — die einzige Anhebung über die 700-USD-Marke.


Morgan Stanley (Rating: Equal Weight | Kursziel: 510 → 550 USD)

Der Analyst Joseph Moore hob das Kursziel um 40 USD auf 550 USD an, behält aber die Equal-Weight-Einstufung bei. AMD nutze weiterhin die starken Marktbedingungen im Serverbereich, um trotz angespannter Lieferketten bedeutende Marktanteile zu gewinnen. Moore bewertet das Quartal als „leicht über den Erwartungen" mit angehobener Prognose.


Piper Sandler (Rating: Overweight | Kursziel: 600 → 650 USD)

Analyst David O'Connor hob das Kursziel um 50 USD auf 650 USD an und behält die Übergewichten-Empfehlung bei. AMD habe bei Umsatz und Gewinn je Aktie die Erwartungen um 2 bis 9 Prozent übertroffen, mit dem Bereich Rechenzentren als maßgeblichem Treiber. Piper hebt die EPS-Prognosen für 2027 sowie die Schätzungen für 2028–2029 aufgrund einer stärkeren Run-Rate an.


Mizuho (Rating: Outperform | Kursziel: 705 → 610 USD)

Mizuho senkte das Kursziel um 95 USD auf 610 USD — die mit Abstand größte Senkung unter allen Analysten —, behält aber die Outperform-Einstufung bei.


UBS (Rating: Buy | Kursziel: 730 → 700 USD)

UBS senkte das Kursziel um 30 USD auf 700 USD, behält aber die Kaufempfehlung bei. AMD habe solide Ergebnisse und eine weitgehend den Erwartungen entsprechende Prognose vorgelegt, wobei die Stärke bei Server-CPUs die Schwäche im Client-Bereich ausgeglichen habe. Das Analystenhaus verweist auf die deutlich über den Schätzungen liegende 2027-Prognose — begründet durch verbesserte Wafer- und Substratversorgung, eine überlegene Roadmap und eine bessere Umsetzung als bei Intel.


Wells Fargo (Rating: Overweight | Kursziel: 700 → 650 USD)

Wells Fargo senkte das Kursziel um 50 USD auf 650 USD, behält aber die Übergewichten-Empfehlung bei. Die über den Konsensprognosen liegenden Umsatzaussichten für 2027 — getrieben durch einen sehr starken Ausbau im Rechenzentrumsbereich und gestützt durch solide Lieferkettenexekution — dürften die erwartete Schwäche im Client-Bereich in den Schatten stellen.



Fazit


AMD Tageschart

AMD hat ein Quartal vorgelegt, das gleich mehrere Unternehmensrekorde setzt: Der höchste Umsatz und das höchste operative Ergebnis in der Firmengeschichte, ein Data-Center-Segment das sich nahezu verdoppelt hat, und eine operative Marge die erstmals die 29-Prozent-Marke überschreitet. Die Anhebung der 2027-Prognose auf über 80 Prozent Umsatzwachstum — mit einer Verdopplung des Server-Umsatzes und noch schnellerem Wachstum im Data-Center-AI-Bereich — übertrifft das eigene Langfristmodell bei Weitem.


Ob sich diese Dynamik aufrechterhalten lässt, hängt an mehreren Variablen: Su räumt ein, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt — ein positives Signal für die Preissetzungsmacht, aber ein Risiko für die Auslieferungsziele. Die Bruttomarge von 55 Prozent im Q4-Ausblick liegt unter den 56 Prozent des dritten Quartals, da das margenschwächere Data-Center-AI-Geschäft erstmals den Server-CPU-Umsatz übersteigen wird. Und im PC-Markt plant AMD mit einem zweistelligen Rückgang, was Client and Gaming als Gegengewicht ausfallen lässt. Die Bullen-These von Stifel setzt auf die fortgesetzte Data-Center-Dominanz mit einem Kursziel von 725 USD. Das Bären-Argument kommt von Morgan Stanley bei 550 USD mit Equal-Weight-Einstufung — trotz Anhebung die vorsichtigste Haltung im Analystenfeld. Die Auslieferungsrate von Helios, die Entwicklung der HBM-Kosten und die Konvertierung der MI500-Kundengespräche in feste Aufträge dürften die nächsten Katalysatoren liefern.


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