PepsiCo Q2-Zahlen: International wächst zweistellig, Nordamerika bleibt Belastung
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Highlights
Umsatz: 24,18 Mrd. USD (Prognose: 23,96 Mrd. USD)
EPS: 2,20 USD (Prognose: 2,21 USD)
Segmentergebnisse:
- PepsiCo Beverages North America: 7,24 Mrd. USD (+6,6% YoY)
- PepsiCo Foods North America: 6,37 Mrd. USD (-1,7% YoY)
- Europe, Middle East and Africa: 4,98 Mrd. USD (+9,9% YoY)
- Latin America Foods: 2,94 Mrd. USD (+15,4% YoY)
- International Beverages Franchise: 1,52 Mrd. USD (+11,3% YoY)
- Asia Pacific Foods: 1,12 Mrd. USD (+12,2% YoY)
Ausblick FY2026: Organisches Umsatzwachstum 2-4%, EPS-Wachstum 4-6%

PepsiCo hat seine Q2-Zahlen vorgelegt und die Umsatzerwartungen leicht übertroffen, den Gewinn je Aktie um einen Cent knapp verfehlt. Der eigentliche Story-Kern liegt jedoch in der wachsenden Zwei-Klassen-Struktur des Konzerns: Sämtliche internationalen Segmente wuchsen zweistellig – Latin America Foods sogar um 15,4 Prozent, EMEA um 9,9 Prozent, Asia Pacific Foods um 12,2 Prozent. Das internationale Geschäft wird laut CEO Ramon Laguarta erstmals die 40-Mrd.-USD-Marke im Jahr 2026 überschreiten. Demgegenüber schrumpfte PepsiCo Foods North America um 1,7 Prozent, das Bestätigungssegment für Laguartas Portfolio-Transformation.
CFO Steve Schmitt bekräftigte die FY26-Guidance, verwies aber explizit auf das untere Ende der EPS-Spanne (4-6 Prozent Wachstum). Als Belastung nannte er die höheren Rohstoffkosten durch den Iran-Konflikt und die dadurch getriebene Konsumverschiebung: Impuls-Kanäle wie Convenience-Stores und Tankstellen leiden unter dem geringeren „Traffic-to-Purchase"-Verhältnis. Die Tariff-Refunds aus 2025 – rund ein Prozentpunkt EPS-Wachstum – dienen als Puffer, um die Investitionen in Bezahlbarkeit und Portfolio-Transformation trotz Margendruck aufrechterhalten zu können. Die Aktie fiel nach den Zahlen um rund 3 Prozent.
Die Wall-Street-Reaktion fiel geschlossen negativ aus: Alle 12 Analysten senkten ihre Kursziele, Citi stufte zusätzlich von „Kaufen" auf „Neutral" herab – die einzige Ratingherabstufung. Das Median-Kursziel liegt nun bei 152 USD, das höchste bei 176 USD (Piper Sandler), das niedrigste bei 138 USD (Barclays).
Earnings Call: Was Ramon Laguarta gesagt hat
Kernbotschaft des CEOs
Ramon Laguarta positionierte das Quartal als Zwischenstand auf dem Weg der Nordamerika-Transformation und betonte, dass die drei strategischen Pfeiler – Bezahlbarkeit -Investitionen, Portfolio-Transformation zu „Permissible" und die Ausweitung des Away-from-Home-Geschäfts – trotz Q2-Schwäche intakt seien. Die zentrale Botschaft: Die Salty-Snacks-Kategorie kehrte durch PepsiCos Preisstrategie zu positivem Volumenwachstum zurück, und Frito-Lay gewinnt wieder Marktanteile beim Volumen.
CFO Steve Schmitt unterlegte das mit drei konkreten Datenpunkten: 7 Prozent Umsatzwachstum im ersten Halbjahr, globales Volumen +3 Prozent bei Foods und +2 Prozent bei Beverages (stärkstes Volumenwachstum seit 2022), Permissible-Portfolio in Foods bereits bei 3 Mrd. USD und im zweistelligen Bereich wachsend.

Drei zentrale Aussagen
„Die Salty-Snacks-Kategorie ist eine der wenigen Kategorien, die im gesamten US-Food-Space Volumen wachsen. Wir gewinnen wieder Volumenanteile in den USA bei Salty Snacks – das war das primäre Ziel. Ist das Volumen so hoch, wie wir erwartet hatten? Nein, nicht in Q2."
Laguartas ehrliche Zwischenbilanz – der strategische Erfolg (Kategorie zurück in Wachstum, Anteilsgewinn) wird durch die Anerkennung des kurzfristigen Untererfüllens flankiert. Diese Formulierung erklärt die Analystenreaktion: Der Umbau greift qualitativ, aber die Umsatzdynamik hinkt hinterher.
„Insgesamt bekräftigen wir unsere Ganzjahres-Guidance. Und wie Ramon sagte, es könnte am unteren Ende der EPS-Spanne liegen, die wir gegeben haben."
Schmitts Guidance-Bestätigung mit dem impliziten Downgrade – das ist der zentrale Datenpunkt, auf den alle Analysten reagierten. Formal bleibt die 4-6-Prozent-EPS-Wachstumsspanne stehen, faktisch signalisiert das Management aber die untere Grenze.
„Das internationale Geschäft wird dieses Jahr die 40-Mrd.-USD-Marke überschreiten. International Beverage-Volumina sind zwei Drittel des gesamten Konzernvolumens, International Foods-Volumina über 50 Prozent. Wir schaffen eine Diversifikation, die uns langfristig große Erträge bringen wird."
Laguartas strategische Rahmensetzung des internationalen Geschäfts – die zunehmende Größenordnung ist mittlerweile so signifikant, dass PepsiCo nicht mehr als reiner US-zentrierter Konzern zu verstehen ist. Diese Botschaft ist der wichtigste positive Datenpunkt für die langfristige Bewertung.
Was Analysten im Q&A nachgehakt haben
Vier Themen dominierten die Telefonkonferenz.
Erstens und mit Abstand am wichtigsten die Foods-North-America-Erholung – Bonnie Herzog (Goldman Sachs) eröffnete die Q&A mit der Frage, ob PepsiCo bei Bezahlbarkeit oder Innovation weiter „nachlegen" müsse, um besseres Volumenwachstum zu erzielen. Laguartas Antwort: Die Investitionen funktionieren strategisch, aber die Rendite pro Kanal muss optimiert werden – besonders bei Convenience-Stores und Independents.
Zweitens die Consumer-Behavior-Frage – Filippo Falorni (Citi) fragte nach Gaspreis-getriebenen Impuls-Kanal-Trends. Laguarta bestätigte den Iran-Konflikt-Effekt, verwies aber auf einen möglichen Bounce-Back bei sinkenden Gaspreisen und die H2-Beschleunigung durch skalierte Innovation.
Drittens die grundsätzliche Investitionsfrage – Dara Mohsenian (Morgan Stanley) fragte, ob PepsiCo einen „Earnings-Reset" mit erhöhten Investitionen in Nordamerika brauche. Laguartas klare Antwort: „Nein – wir haben Rekord-Produktivität im ersten Halbjahr, das finanziert die Wachstumsinvestitionen."
Viertens die Diskrepanz zwischen Test-Markets und Realität – Kevin Grundy (BNP Paribas) hakte nach, warum die im Herbst getesteten Preisstrategien in Q2 nicht wie erwartet performten. Laguartas Antwort: Der Konsument sei schlechter aufgestellt als erwartet, die Umsetzung bei einigen Kunden habe sich verzögert, und beides führe zu einer H2-Beschleunigung, nicht zu einer Strategieänderung.
Kursziele und Analystenratings im Überblick
Wichtige Analystenkommentare
Piper Sandler (Rating: Overweight | Kursziel: 178 → 176 USD)
Der Piper-Sandler-Analyst Michael Lavery senkte das Kursziel des Unternehmens für PepsiCo von 178 auf 176 USD – das höchste Kursziel im Analystenfeld – und behielt nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Unternehmens für das zweite Quartal sowie der Bekräftigung der Prognose für 2026 seine „Overweight"-Bewertung für die Aktie bei.
RBC Capital (Rating: Sector Perform | Kursziel: 163 → 161 USD)
RBC Capital hat das Kursziel für PepsiCo von 163 auf 161 USD gesenkt und behält die Bewertung „Sector Perform" für die Aktie bei. Das Unternehmen habe ein durchwachsenes Quartal vermeldet, sodass die Anleger weiterhin auf Anzeichen einer nachhaltigen Trendwende warteten, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. Das internationale Geschäft von Pepsi sei weiterhin beeindruckend und ein beständiger Lichtblick, doch das Inlandsgeschäft bleibe angesichts eines schwierigeren Konsumklimas hinter den Erwartungen zurück, da Maßnahmen zur Verbesserung der Erschwinglichkeit bislang noch keinen nennenswerten Absatzanstieg bewirkt hätten, der sich auf den organischen Umsatz auswirken könnte.
Morgan Stanley (Rating: Equal Weight | Kursziel: 180 → 160 USD)
Der Morgan-Stanley-Analyst Dara Mohsenian senkte das Kursziel des Unternehmens für PepsiCo von 180 auf 160 USD und behält seine „Equal Weight"-Bewertung für die Aktie bei. Die Ergebnisse von PepsiCo für das zweite Quartal spiegelten eine anhaltende Schwäche in Nordamerika wider, die durch eine starke internationale Entwicklung ausgeglichen wurde. Der Ausblick deutet jedoch auf ein steigendes Risiko für den Gewinn je Aktie im Jahr 2027 hin, das auf eine schwache Gewinnentwicklung, einmalige Zollvorteile und geringere Marketingausgaben zurückzuführen ist, so der Analyst in einer Analyse für Anleger.
UBS (Rating: Buy | Kursziel: 172 → 159 USD)
Der UBS-Analyst Peter Grom senkte das Kursziel für PepsiCo von 172 auf 159 USD und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei. PepsiCo habe im zweiten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen und seine Prognosen für 2026 in allen Bereichen bekräftigt, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. UBS bleibt „zuversichtlich", dass sich die Trends in Nordamerika verbessern können, geht jedoch davon aus, dass die Fortschritte wahrscheinlich moderat ausfallen werden und ein organisches Gesamtumsatzwachstum im Bereich von 2 bis 4 Prozent realistischer sein dürfte.
Deutsche Bank (Rating: Buy | Kursziel: 168 → 155 USD)
Die Deutsche Bank hat das Kursziel für PepsiCo von 168 auf 155 USD gesenkt und behält ihre Kaufempfehlung für die Aktie bei. Die Erholung des Geschäftsbereichs PepsiCo Foods North America sei „noch nicht ganz ausgereift", doch die internationale Dynamik halte an, teilt der Analyst den Anlegern in einer Mitteilung nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen mit.
Jefferies (Rating: Hold | Kursziel: 162 → 152 USD)
Der Jefferies-Analyst Kaumil Gajrawala senkte das Kursziel des Unternehmens für PepsiCo von 162 auf 152 USD und behält seine „Halten"-Empfehlung für die Aktie bei, nachdem das Quartal „den Erwartungen entsprach und stark vom internationalen Geschäft getragen wurde", während die Entwicklung in Nordamerika trotz Preissenkungen und Innovationen hinterherhinkt. Da die Prognose von einem „deutlichen" Aufschwung im vierten Quartal abhängt, bleibt das Unternehmen bei seiner „Halten"-Empfehlung, bis sich ein klareres Bild der Nachfrage abzeichnet.
Evercore ISI (Rating: In Line | Kursziel: 170 → 150 USD)
Evercore ISI senkte das Kursziel für PepsiCo von 170 auf 150 USD und behielt die Bewertung „In Line" für die Aktie bei. Die „wenig überraschende" Korrektur der EPS-Prognose von PepsiCo auf das untere Ende der Spanne ließ die Aktie nach der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens um etwa 3 Prozent nachgeben, wie der Analyst feststellte. Während Pepsi die Auswirkungen einer schwächeren US-Konsumnachfrage in den Impulskaufkanälen auf die höheren Benzinpreise zurückführte, ist das Unternehmen der Ansicht, dass „das nur ein Teil der Geschichte ist", fügte der Analyst hinzu.
Citi (Rating: Buy → Neutral | Kursziel: 170 → 145 USD)
Der Citi-Analyst Filippo Falorni stufte PepsiCo von „Kaufen" auf „Neutral" herab – die einzige Ratingherabstufung im Analystenfeld – und senkte das Kursziel von 170 auf 145 USD. Als Grund nannte er die anhaltende Schwäche in Nordamerika trotz strategischer Maßnahmen wie Preissenkungen, Innovationen und der Ausweitung der Regalflächen. Zwar standen die kurzfristigen Trends im zweiten Quartal unter dem Druck inflationsbedingter Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten, die sich im Vergleich zum Vorquartal verbessern könnten, doch befürchtet das Unternehmen eine anhaltende strukturelle Schwäche in Nordamerika in der zweiten Jahreshälfte und im Jahr 2027, so der Analyst gegenüber den Anlegern.
Wells Fargo (Rating: Equal Weight | Kursziel: 150 → 140 USD)
Wells Fargo hat das Kursziel für PepsiCo von 150 auf 140 USD gesenkt und behält die Bewertung „Equal Weight" für die Aktie bei. Das Unternehmen stellt fest, dass die PepsiCo-Aktie mit Kursverlusten schloss, da die Stärke im internationalen Geschäft durch zunehmenden Druck in Nordamerika gedämpft wurde, was zu einer Dynamik führte, bei der sich die Aussichten für das Geschäftsjahr 2026 etwas verschlechtern und nun nur noch das untere Ende der bisherigen Gewinnspanne erreicht werden dürfte.
Barclays (Rating: Equal Weight | Kursziel: 144 → 138 USD)
Die Barclays-Analystin Lauren Lieberman senkte das Kursziel des Unternehmens für PepsiCo von 144 auf 138 USD – das niedrigste Kursziel im Analystenfeld – und behält die Bewertung „Equal Weight" für die Aktie bei. Die „wichtigste Erkenntnis" des Unternehmens aus dem Bericht zum zweiten Quartal sei, dass das Vertrauen in die Erholung des Geschäftsbereichs PepsiCo Foods North America „heute schwerer zu begründen ist als noch vor drei Monaten", erklärt die Analystin den Anlegern.
Fazit

PepsiCos Q2 illustriert die klassische Two-Track-Spannung eines global diversifizierten Konsumgüterkonzerns: International wächst zweistellig und wird 2026 die 40-Mrd.-USD-Marke überschreiten, während Nordamerika – trotz strategischer Preissenkungen, Portfolio-Transformation und Innovations-Investitionen – hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ramon Laguartas Zwischenbilanz „ist das Volumen so hoch, wie wir erwartet hatten? Nein" ist die ehrlichste Einordnung: Die Kategorie hat gedreht, PepsiCo gewinnt Anteile, aber die Umsatzdynamik hinkt hinterher. Das erklärt die geschlossene Anhebungs-Enthaltung: 12 Broker senken, Citi stuft als einziger Broker das Rating von „Kaufen" auf „Neutral" herab.
Die zentrale Frage für Q3 lautet, ob die Gaspreis-getriebene Impuls-Kanal-Schwäche mit dem Nachlassen des Iran-Effekts abklingt und die skalierten H2-Innovationen die von Laguarta versprochene Beschleunigung liefern. Barclays Formulierung trifft den Kern der Debatte: „Das Vertrauen in die PFNA-Erholung ist heute schwerer zu begründen als vor drei Monaten." Wie Morgan Stanley als vorsichtigste analytische Stimme anmerkt, stellt der Ausblick auf 2027 zusätzliche Risiken dar – schwache Gewinnentwicklung, einmalige Zoll-Vorteile, die 2027 wegfallen, und potenzielle Marketing-Kürzungen. Bis zur Q3-Bestätigung bleibt PepsiCo eine „Show-me"-Story, in der die strukturelle International-Diversifikation das Kerngeschäft-Momentum in Nordamerika trägt.
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