Home Depot Q2-Zahlen: Comps +1,7%, Zollrückerstattungen prägen die Analystendebatte
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Highlights
Umsatz: 47,9 Mrd. USD (Prognose: 47,23 Mrd. USD)
EPS: 4,92 USD (Prognose: 4,73 USD)
Vergleichbares Umsatzwachstum (Comps): +1,7% (US: +1,3%) — 7. Quartal in Folge mit positiven Comps
Online-Comp: +11% (5. Quartal in Folge zweistelliges Wachstum)
IEEPA-Zollrückerstattungen: 730 Mio. USD erhalten, davon 685 Mio. USD als COGS-Reduktion in Q2 (+145 Basispunkte Bruttomarge-Impact)
CEO-Status: Ted Decker temporär auf medizinischer Auszeit; CFO Richard McPhail und Senior EVP Ann-Marie Campbell leiten das Unternehmen
Ausblick FY2026 (bestätigt): Umsatzwachstum 2,5-4,5%, Comps 0-2%, adjusted EPS-Wachstum 0-4%

Home Depot hat seine Q2-Zahlen vorgelegt und in allen Kernkennzahlen die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz von 47,9 Mrd. USD lag über dem Konsens von 47,23 Mrd. USD, der Adjusted EPS von 4,92 USD schlug den Konsens um 4 Prozent. Das vergleichbare Umsatzwachstum von 1,7 Prozent markiert das siebte Quartal in Folge mit positiven Comps und die beste Zweijahres-Comp seit zwölf Quartalen. 13 von 16 Warengruppen zeigten positives Wachstum, mit besonderer Stärke in der Kern-Ladenmitte (Elektrik, Sanitär, Werkzeuge). Das Online-Geschäft wuchs im fünften Quartal in Folge zweistellig (+11%), das Pro-Segment übertraf das DIY-Segment.
Der Call wurde von CFO Richard McPhail und Senior EVP Ann-Marie Campbell geführt — CEO Ted Decker befindet sich auf einer temporären medizinischen Auszeit, die vor der Berichtsveröffentlichung bekanntgegeben wurde. Der zentrale Diskussionspunkt: Home Depot erhielt in Q2 IEEPA-Zollrückerstattungen in Höhe von 730 Mio. USD, wovon 685 Mio. USD die Herstellungskosten reduzierten. Ohne diese Rückerstattung wäre die Bruttomarge um rund 120 Basispunkte gesunken statt um 25 Basispunkte gestiegen — davon 60 Basispunkte aus höheren Kraftstoff-, Energie- und Materialkosten und weitere 60 Basispunkte aus dem Mix-Effekt der GMS-Akquisition. McPhail betonte im Call, die Zollrückerstattung diene explizit als Puffer gegen unplanmäßige Kostensteigerungen über das gesamte Jahr — die Jahresprognose wurde entsprechend unverändert bestätigt.
Die Wall-Street-Reaktion fiel gemischt aus: 3 Broker hoben ihre Kursziele an (Jefferies, Mizuho, Truist), 3 senkten (BofA, UBS, RBC Capital). Alle sechs behalten überwiegend positive Ratings (5x Buy/Outperform, 1x Sector Perform). Das mittlere Kursziel liegt bei 394 USD, das höchste bei 420 USD (UBS), das niedrigste bei 342 USD (RBC Capital).
Earnings Call: Was McPhail und Campbell gesagt haben
Kernbotschaft von CFO und Senior EVP
Richard McPhail positionierte das Quartal als Beleg konsequenter Ausführung in einem schwierigen Marktumfeld — trotz „eingefrorenen" Immobilienmarkts und anhaltendem Druck auf größere, nicht essentielle Renovierungsprojekte. Die zentrale Botschaft: Home Depot gewinnt weiter Marktanteile durch die Kombination aus Verfügbarkeit, Sortiment, Liefergeschwindigkeit und Pro-Fokus.
Ann-Marie Campbell unterstrich die konkreten Umsetzungshebel — Rekord-Regalverfügbarkeit, technologisch verstärkte Mitarbeiter-Tools und die Erweiterung von Magic Apron (der KI-basierten Kundenassistenz) auf die Verkaufsfläche. Konkret liefert Home Depot mittlerweile über 65 Prozent aller Paketprodukte am selben oder nächsten Tag, Express Delivery in drei Stunden oder weniger wurde in diesem Monat landesweit ausgerollt.

Drei zentrale Aussagen
„Der Umsatz für das zweite Quartal betrug 47,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vergleichbare Umsätze stiegen um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und Comps in den USA stiegen um 1,3 Prozent. Adjusted Diluted Earnings per Share betrugen 4,92 Dollar im zweiten Quartal gegenüber 4,68 Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres. Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal übertrafen unsere Erwartungen, und unsere Teams haben in einem dynamischen Umfeld hervorragend ausgeführt."
Die Übertreffung der eigenen Erwartungen trotz „eingefrorenen" Immobilienmarkts ist der zentrale operative Datenpunkt. Truist verweist explizit auf die beste Zweijahres-Comp seit zwölf Quartalen als Grundlage für die Kurszielanhebung — auch wenn die Verbesserung weiterhin „langsam" verlaufe.
„Im zweiten Quartal erhielten wir IEEPA-Zollrückerstattungen, die unsere Herstellungskosten um 685 Millionen Dollar reduzierten. Während diese Rückerstattungen im zweiten Quartal eingingen, werden sie zur Kompensation unplanmäßiger und steigender Kostendruckfaktoren über das gesamte Jahr eingesetzt. Im zweiten Quartal betrug unsere Bruttomarge 33,7 Prozent, ein Anstieg von rund 25 Basispunkten gegenüber dem Vorjahresquartal — primär getrieben vom Nutzen der IEEPA-Zollrückerstattung, weitgehend ausgeglichen durch inkrementelle Kostendruckfaktoren im Zusammenhang mit Kraftstoff, Energie und anderen Produktinputkosten sowie durch einen Mix-Wechsel infolge der GMS-Akquisition."
Genau diese Aussage ist der Kern der gespaltenen Analystenreaktion. RBC Capital argumentiert, ohne Holzpreis-Inflation und IEEPA-Rückerstattung hätten die Ergebnisse „wahrscheinlich enttäuscht", während BofA anerkennt, dass die Zollrückerstattung „einen bedeutenden Gewinnbeitrag" leistet. Truist bewertet die Refunds neutral als Kompensation für höhere Kraftstoff- und Vorleistungskosten.
„Wir haben Immobilientransaktionen für vier Jahre auf diesen niedrigen Niveaus gesehen. Ich glaube also nicht, dass wir viel Volatilität durch den jüngsten Zinsanstieg gesehen haben. Wir wissen, dass wir bei Zinsschritten nach unten ein wenig Belebung im Immobilienmarkt sehen — aber es gibt derzeit kein Anzeichen für einen Wendepunkt."
McPhails Housing-Rahmung ist der zentrale strategische Kontext. UBS argumentiert, Home Depot sei bereits jetzt „gut positioniert für eine Erholung des Immobilienmarktes"; RBC Capital dagegen sieht die aktuellen Ergebnisse als abhängig von externen Kostenpuffern (Holz, Zölle), die 2027 wegfallen würden.
Was Analysten im Q&A nachgehakt haben
Vier Themen dominierten die Telefonkonferenz.
Erstens die IEEPA-Zollrückerstattungen im Detail — Chuck Grum (Gordon Haskett) fragte nach der genauen Aufschlüsselung. McPhails Antwort: 730 Mio. USD Zollrückerstattungen wurden in Q2 erhalten, davon 685 Mio. USD als COGS-Reduktion. Der Nettoeffekt auf die Bruttomarge betrug rund 85 Basispunkte (145 bps Rückerstattung minus 60 bps zusätzlicher Kostendruck), plus ein Mix-Effekt von -60 bps aus der GMS-Akquisition — was den ausgewiesenen Anstieg von 25 bps erklärt. Der Vorteil sei ein einmaliger Q2/Q3-Effekt, ab Q4 werde die Bruttomarge „relativ flach" gegenüber dem Vorjahr sein.
Zweitens die Bruttomarge ohne Zollrückerstattungen — Michael Lasser (UBS) fragte, wie hoch der 120-Basispunkte-Druck ohne Refund zustande kam und was davon dauerhaft sei. McPhails Antwort: 60 Basispunkte aus höheren Marktkosten (Kraftstoff, Energie, Rohstoffe wie Kunststoff und Metalle), 60 Basispunkte aus dem GMS-Mix-Effekt. Die 60 Basispunkte Marktkostenpressure werden 2027 „gegen einen sauberen Ausgangspunkt" gemessen — die Zollrückerstattungen dienen nur als Kompensation für 2026, nicht als struktureller Vorteil.
Drittens der Gap zwischen Total Comp und US Comp — Seth Sigman (Barclays) fragte nach den 40-Basispunkte-Gap zwischen Konzern-Comp (+1,7%) und US-Comp (+1,3%). McPhails Antwort: 25 Basispunkte aus Währungseffekten, der Rest aus starker internationaler Performance — Kanada und Mexiko übertrafen beide den Konzern-Comp. Die SRS-Akquisition wuchs zudem über dem Konzernschnitt, mit positiven Comps in allen Vertikalen.
Viertens das Cross-Selling zwischen SRS, GMS und Home Depot — Zack Fadem (Wells Fargo) fragte nach dem 400-Mio.-USD-Cross-Sell-Ziel. McPhails Antwort: Das Ziel gelte für das Gesamtjahr, umfasse aber das gesamte Ökosystem, nicht nur SRS/GMS. In den letzten 12 Monaten hätten 90 Prozent aller Home-Depot-Filialen über das QuoteCenter-Marktplatzsystem einen SRS-Verkauf abgeschlossen — Pro-Kunden könnten damit größere Aufträge innerhalb der Home-Depot-Familie erledigen.
Kursziele und Analystenratings im Überblick
Wichtige Analystenkommentare
UBS (Rating: Buy | Kursziel: 430 → 420 USD)
UBS hat das Kursziel für Home Depot von 430 auf 420 USD gesenkt — das höchste Kursziel im Analystenfeld — und behält die Kaufempfehlung für die Aktie bei. Die Ergebnisse von Home Depot für das zweite Quartal untermauern die Aussichten auf Wachstum im Vorfeld einer Erholung des Immobilienmarktes: Der Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag mit 1,7% über den Erwartungen, und die breit angelegte Stärke unterstreicht die beständige Nachfrage, die erfolgreiche Umsetzung, strategische Investitionen sowie anhaltende Marktanteilsgewinne trotz eines verhaltenen Immobilienmarktes, so der Analyst in einer Analystennotiz an die Anleger.
BofA (Rating: Buy | Kursziel: 412 → 407 USD)
Der BofA-Analyst Christopher Nardone senkte das Kursziel der Bank für Home Depot von 412 auf 407 USD und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei. Ein stärkeres Engagement im Pro-Segment dürfte die anhaltende Outperformance von Home Depot trotz eines verhaltenen Immobilienmarktes stützen, wobei die Vergleichszahlen sich am oberen Ende der Prognosen bewegen und die Kerngeschäftsergebnisse auf weitere Marktanteilsgewinne hindeuten — auch wenn die Kosten in der Lieferkette die Margen belasten und Zollrückerstattungen nun einen bedeutenden Gewinnbeitrag leisten, so der Analyst in einer Research-Notiz an die Anleger.
Jefferies (Rating: Buy | Kursziel: 360 → 398 USD)
Der Jefferies-Analyst Jonathan Matuszewski hat das Kursziel des Unternehmens für Home Depot von 360 auf 398 USD angehoben und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei. Das Unternehmen bewertet den Bericht zum zweiten Quartal als solide, da die vergleichbaren Umsätze die Schätzungen übertrafen und die zugrunde liegende Margenentwicklung im Rahmen der Erwartungen lag. Home Depot habe trotz der „erstarrten" Lage auf dem Immobilienmarkt und des anhaltenden Drucks bei größeren, nicht unbedingt notwendigen Projekten weiter Marktanteile gewonnen, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. Jefferies geht davon aus, dass künftig günstigere Vergleichswerte und eine normalere Sturmaktivität „die Ergebnisse zusätzlich stützen könnten".
Mizuho (Rating: Outperform | Kursziel: 385 → 390 USD)
Mizuho hat das Kursziel für Home Depot von 385 auf 390 USD angehoben und behält nach der Veröffentlichung des Gewinnberichts die Bewertung „Outperform" für die Aktie bei. Abgesehen von den Unruhen um die Zölle habe sich das Umsatzwachstum von Home Depot im zweiten Quartal deutlich verbessert, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit.
Truist Securities (Rating: Buy | Kursziel: 369 → 373 USD)
Truist hat das Kursziel für Home Depot von 369 auf 373 USD angehoben und behält nach den über den Erwartungen liegenden Ergebnissen des zweiten Quartals die Kaufempfehlung für die Aktie bei. Zollrückerstattungen haben die Bruttomargen gestützt, obwohl diese durch höhere Kraftstoff- und Vorleistungskosten als zuvor erwartet teilweise ausgeglichen wurden, teilt der Analyst den Anlegern in einer Research-Notiz mit. Die Umsätze verbessern sich trotz des schwachen Immobilienmarktes weiterhin langsam, fügte Truist hinzu und wies zudem darauf hin, dass dies das siebte Quartal in Folge mit positiven Vergleichszahlen für Home Depot und die beste Zweijahresbilanz in den letzten zwölf Quartalen war.
RBC Capital (Rating: Sector Perform | Kursziel: 343 → 342 USD)
Steven Shemesh, Analyst bei RBC Capital, senkte das Kursziel des Unternehmens für Home Depot von 343 auf 342 USD — das niedrigste Kursziel im Analystenfeld — und behält die Bewertung „Sector Perform" für die Aktie bei. Das Unternehmen habe im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen, doch ohne die Inflation bei Holzpreisen und die IEEPA-Zollrückerstattungen hätten die Ergebnisse wahrscheinlich enttäuscht, so der Analyst in einer Analyse für Anleger. RBC fügt hinzu, dass das Unternehmen den Zeitplan für die EPS-Entwicklung angepasst habe, seine Schätzungen für 2026/2027 jedoch weitgehend unverändert seien und zudem von einer Normalisierung der Kraftstoffkosten im Jahr 2027 ausgehen.
Fazit

Home Depots Q2 ist eine Studie in konsequenter Marktanteils-Verteidigung: siebtes Quartal in Folge positive Comps, beste Zweijahres-Comp seit zwölf Quartalen, Pro-Segment übertrifft DIY, und Kanada plus Mexiko übertreffen den Konzern-Comp. Die Bewertungsfrage kreist dagegen um einen einzigen Datenpunkt: die 730 Mio. USD IEEPA-Zollrückerstattungen. Ohne diese Einmalzahlung wäre die Bruttomarge um 120 statt 25 Basispunkte gesunken — die drei senkenden Analysten (BofA, UBS, RBC Capital) argumentieren, dass die Refunds temporäre Kosten überdecken; die drei Anhebenden (Jefferies, Mizuho, Truist) verweisen auf die zugrundeliegende Umsetzung und die Aussicht auf günstigere Vergleichswerte in H2.
Die zentralen Fragen für die kommenden Quartale sind die Wirkung des Immobilienmarkt-Wendepunkts (McPhail: „derzeit kein Anzeichen"), die Skalierung des Cross-Sellings zwischen SRS, GMS und Home Depot (400 Mio. USD Jahresziel), und die Bruttomargenentwicklung ab Q4 nach dem Auslaufen der Zollrückerstattungen. Ted Deckers Rückkehr wird das Management ebenfalls klären müssen — kurz-, mittelfristig steuert das Führungsteam die Ausführung nachweislich stabil weiter. UBS mit dem höchsten Kursziel verweist auf die Positionierung „im Vorfeld einer Erholung des Immobilienmarktes", RBC Capital als niedrigstes rechnet mit einer Normalisierung der externen Kostenpuffer ab 2027 — beide Perspektiven werden sich an den Q3-Zahlen im November testen lassen.
Wenn ihr Feedback oder Vorschläge habt, was ich mir ansehen sollte, schickt mir eine Nachricht an info@theanalyst.de oder @theanalystde auf X.



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