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Coca-Cola Q3-Zahlen: Absatzvolumen +5%, Jahresprognose angehoben

vor 4 Stunden
5 Min. Lesezeit

Highlights

  • Umsatz: 13,4 Mrd. USD (Prognose: 12,93 Mrd. USD)

  • EPS: 0,91 USD (Prognose: 0,88 USD)

  • Absatzvolumen (Unit Cases): +5%

  • Preis/Mix: +1% (4 Prozentpunkte Preiserhöhungen, 3 Prozentpunkte negativer Mix)

  • Regionen:

    • Nordamerika: Volumen stabil, Umsatz und Marktanteile gesteigert

    • Lateinamerika: deutliche Beschleunigung, Volumenwachstum und Marktanteilsgewinne

    • Europa: Volumenwachstum, aber Marktanteilsverluste in einigen westeuropäischen Kernmärkten

    • Afrika: Volumenwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich

  • Ausblick FY2026:

    • Organisches Umsatzwachstum von mindestens 5%

    • Vergleichbares EPS-Wachstum von mindestens 11% (zuvor 9-10%)

    • Free Cashflow von mindestens 13 Mrd. USD (zuvor 12,4 Mrd. USD)


Coca-Cola

Coca-Cola hat seine Q3-Zahlen vorgelegt und die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Der Umsatz von 13,4 Mrd. USD lag deutlich über der Konsensschätzung von 12,93 Mrd. USD, der vergleichbare Gewinn je Aktie von 0,91 USD übertraf die erwarteten 0,88 USD und stieg um 11 Prozent, davon 2 Prozentpunkte durch Währungsrückenwind. Organisch wuchs der Umsatz um 7 Prozent, getragen von einem Absatzplus von 5 Prozent, während Preis/Mix nur um 1 Prozent zulegte. Die vergleichbare Bruttomarge stieg um rund 170 Basispunkte, die operative Marge um rund 110 Basispunkte.


CEO Henrique Braun verwies auf das 22. Quartal in Folge mit wertmäßigen Marktanteilsgewinnen und Wachstum aus „mehr Märkten und mehr Marken". Coca-Cola hob die Jahresprognose an und erwartet nun ein vergleichbares EPS-Wachstum von mindestens 11 Prozent sowie einen Free Cashflow von mindestens 13 Mrd. USD. Für 2027 kündigte CFO John Murphy durch den geplanten Verkauf des afrikanischen Abfüllers CCBA einen Gegenwind von 8 Prozentpunkten beim vergleichbaren Umsatz an.


Die Wall-Street-Reaktion fiel einheitlich positiv aus: Alle 8 Analysten hoben ihre Kursziele an, keiner bestätigte unverändert oder senkte. Die größte Anhebung kam von Wells Fargo (90 auf 100 USD). Das höchste Kursziel liegt bei 106 USD (UBS), das niedrigste bei 89 USD (Freedom Broker), der Median bei 103 USD.



Earnings Call: Was Henrique Braun und John Murphy gesagt haben


Kernbotschaft von CEO und CFO

Braun positionierte das Quartal als Beleg dafür, dass Coca-Cola in einem „ungleichmäßigen Umfeld" mit Tempo und Disziplin starke Ergebnisse liefern könne. Drei Themen hätten sich in allen Märkten gezeigt: Bezahlbarkeit funktioniere, sowohl Zero Sugar als auch die Originalvariante gewännen Kunden, und Umsetzung sowie lokale Relevanz zahlten sich aus.


Murphy ergänzte, dass die Margenausweitung nicht auf Kosten der Investitionen gegangen sei. Für das vierte Quartal rechnet er mit sechs Verkaufstagen weniger und einem leichten Lagerabbau bei den Abfüllern.


Coca-Cola CEO Henrique Braun

Drei zentrale Aussagen

„Das zeigte sich auch darin, dass wir weltweit weiterhin wertmäßige Marktanteile gewinnen. Es sind 22 Quartale in Folge mit wertmäßigen Marktanteilsgewinnen. Wir haben also das Gefühl, dass wir die richtige Dynamik haben. Die Strategie funktioniert in einem Umfeld, das weiterhin sehr dynamisch ist."

Braun führte die Dynamik auch auf die Aktivierungen rund um die Fußball-WM und die 250-Jahr-Feiern der USA zurück, deren Erkenntnisse Coca-Cola ins vierte Quartal und ins Jahr 2027 übertragen will. Gleichzeitig räumte er ein, dass die hohe Vergleichsbasis beim Volumen 2027 eine Herausforderung wird.

„Wir fühlen uns also weiterhin gut mit dem Ziel, einen ausgewogenen Umsatz-Algorithmus zu liefern, 2 bis 3 Punkte Volumen, 2 bis 3 Punkte Preis/Mix, während wir voranschreiten."

Hintergrund ist das ungewöhnlich schwache Preis/Mix-Plus von 1 Prozent: 4 Prozentpunkte Preiserhöhungen standen 3 Prozentpunkte negativer Mix gegenüber. Laut Murphy gehen rund zwei Drittel des Mix-Effekts auf Faktoren zurück, die im kommenden Jahr steuerbar seien, etwa den Zeitpunkt von Investitionen und Sondereffekte bei Topo Chico.

„Wir haben das Wort Optionalität in den vergangenen Monaten sehr bewusst verwendet, weil wir uns in einer Situation befinden, in der wir in den kommenden Monaten eine Entscheidung im IRS-Verfahren erwarten. Gleichzeitig denken wir weiter über die verschiedenen Ergebnisse nach, die diese Entscheidung haben könnte, und fühlen uns gut aufgestellt, sowohl das beste als auch das schlechteste Szenario bewältigen zu können."

Coca-Cola wartet seit Jahren auf ein Gerichtsurteil im Steuerstreit mit der US-Steuerbehörde IRS und hat die Bilanz gezielt darauf vorbereitet. Kapital fließt laut Murphy derzeit vor allem in organische Investitionen und die Dividende, größere Übernahmen sieht er kurzfristig nicht.



Was Analysten im Q&A nachgehakt haben

Vier Themen dominierten die Telefonkonferenz.


Erstens die hohe Vergleichsbasis beim Volumen – Dara Mohsenian (Morgan Stanley) fragte, wie Coca-Cola 2027 nach einem von WM und gutem Wetter begünstigten Sommer weiter wachsen will. Brauns Antwort: Die Pläne der Abfüller für 2027 seien stark, Coca-Cola habe alles unter Kontrolle, um den langfristigen Wachstumspfad einzuhalten.


Zweitens die Kostenlage der Abfüller – Steve Powers (Deutsche Bank) wies darauf hin, dass der Inflationsdruck vor allem bei den Abfüllpartnern liegt, und fragte nach den Folgen für Preise und Investitionen. Braun verwies auf die gemeinsame Rohstoffbeschaffung im System und bezeichnete die Kosten bislang als „beherrschbar".


Drittens das stagnierende Volumen in Nordamerika – Filippo Falorni (Citi) und Peter Grom (UBS) fragten nach den Ursachen. Braun nannte den in das zweite Quartal gefallenen Feiertag am 4. Juli sowie die hohe Vergleichsbasis bei Topo Chico und BODYARMOR, bereinigt darum wäre das Volumen gewachsen. Murphy ergänzte, dass die Gastronomie unter Druck stehe und der Konsum zu Hause stärker laufe als außer Haus.


Viertens der Lagerabbau im vierten Quartal – Andrea Teixeira (JPMorgan) und Kaumil Gajrawala (Jefferies) baten um Klarheit zur Prognose. Murphy erwartet, dass die Konzentratauslieferungen im Gesamtjahr leicht hinter dem Absatzvolumen zurückbleiben, bezeichnete das Jahr aber als ungewöhnlich schwer vorherzusagen.



Kursziele und Analystenratings im Überblick





Wichtige Analystenkommentare


UBS (Rating: Buy | Kursziel: 104 → 106 USD)

Der UBS-Analyst Peter Grom hob das Kursziel für Coca-Cola von 104 auf 106 USD an und behält seine Kaufempfehlung für die Aktie bei.


TD Cowen (Rating: Buy | Kursziel: 100 → 104 USD)

Der TD-Cowen-Analyst Robert Moskow hob das Kursziel von 100 auf 104 USD an und behält seine Kaufempfehlung bei. Nach den über den Erwartungen liegenden Ergebnissen im dritten Quartal – darunter ein Anstieg des Absatzvolumens um 5 Prozent (+4 Prozent seit Jahresbeginn) und ein Anstieg des vergleichbaren Gewinns je Aktie um 11 Prozent – bleibe die Aktie die erste Wahl.


Morgan Stanley (Rating: Overweight | Kursziel: 100 → 103 USD)

Die Morgan-Stanley-Analystin Dara Mohsenian hob das Kursziel von 100 auf 103 USD an und behält die Bewertung „Overweight" bei. Die „soliden" Ergebnisse unterstrichen ein anhaltend höheres organisches Umsatzwachstum als bei den Mitbewerbern, verbunden mit robuster Preissetzungsmacht, anhaltenden Marktanteilsgewinnen und starkem Wachstum bei fairlife.


Piper Sandler (Rating: Overweight | Kursziel: 102 → 103 USD)

Piper Sandler hob das Kursziel von 102 auf 103 USD an und behält die Bewertung „Overweight" bei. Das Analystenhaus bleibt optimistisch für die langfristigen Wachstumsaussichten und ist der Ansicht, dass die erstklassige Umsetzung Coca-Cola selbst in einem schwierigen Konsumumfeld einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft.


Wells Fargo (Rating: Overweight | Kursziel: 90 → 100 USD)

Wells Fargo hob das Kursziel von 90 auf 100 USD an und behält die Bewertung „Overweight" bei. Coca-Cola stehe vor einer „großen" Debatte: Nach einem Jahr, in dem praktisch alle wichtigen Kennzahlen hervorragend waren und die Kursentwicklung dem entsprach, fragten sich Anleger zunehmend, ob das „Hervorragende" in diesem Jahr es schwieriger macht, die Erwartungen im nächsten Jahr zu übertreffen. Die Diskussion befinde sich zwar noch in einem frühen Stadium, könnte aber die nächste große Herausforderung für die Aktie werden.


Freedom Broker (Rating: Hold | Kursziel: 85 → 89 USD)

Freedom Broker hob das Kursziel von 85 auf 89 USD an und behält nach einem „volumengetriebenen" Übertreffen der Erwartungen und der Anhebung des Jahresausblicks die Bewertung „Hold" bei. Die Anhebung spiegle weitgehend das starke Quartal wider, wobei 2027 durch den Verkauf des Abfüllgeschäfts in Afrika einen Umsatzrückgang von etwa 8 Prozent mit sich bringen werde.



Fazit


Coca-Cola Tageschart

Coca-Cola hat mit 5 Prozent Volumenwachstum, 7 Prozent organischem Umsatzwachstum und dem 22. Quartal in Folge mit Marktanteilsgewinnen erneut geliefert und die Jahresprognose angehoben. Auffällig ist die Verschiebung im Wachstumsmix: Das Volumen trägt, während Preis/Mix mit 1 Prozent so schwach ausfiel wie selten. Die Analysten honorieren das einheitlich, alle acht hoben ihre Kursziele an.


Entscheidend wird, ob Coca-Cola 2027 gegen die hohe Vergleichsbasis beim Volumen bestehen und gleichzeitig wieder mehr Preis/Mix liefern kann. Das Bären-Argument formuliert Freedom Broker mit dem niedrigsten Kursziel von 89 USD und verweist auf den Umsatzrückgang durch den CCBA-Verkauf, hinzu kommen das ausstehende IRS-Urteil und Währungsrisiken. Das Bullen-Argument liefert Morgan Stanley mit dem Hinweis auf überdurchschnittliches organisches Wachstum, robuste Preissetzungsmacht und Marktanteilsgewinne. Für Euro-Anleger bleibt zudem die Währungsentwicklung relevant, da Coca-Cola für 2027 bereits einen leichten Gegenwind beim Ergebnis signalisiert.


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