US Arbeitsmarkt im Oktober: Starkes Wachstum – Industrie überrascht
Highlights
Beschäftigungswachstum mit 165.000 neuen Stellen deutlich über Erwartungen von 65.000
Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent – besser als erwartete 4,2 Prozent
Positive Revisionen: August und September zusammen um 84.000 höher als gemeldet

Der US Arbeitsmarkt außerhalb der Landwirtschaft stieg im Oktober um 165.000 – deutlich über den Erwartungen von 65.000 und über dem Zwölfmonatsdurchschnitt von 48.000. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent und unterbot damit die erwarteten 4,2 Prozent.
Getragen wurde der Zuwachs von freiberuflichen und unternehmensnahen Dienstleistungen, dem Gesundheitswesen sowie Transport und Lagerhaltung. Auch das verarbeitende Gewerbe setzte seinen Aufwärtstrend fort.
Positive Revisionen
Nach den negativen Revisionen der Vormonate fallen sie diesmal wieder kräftig positiv aus. Der August-Wert wurde um 53.000 von +133.000 auf +186.000 nach oben korrigiert, der September-Wert um 31.000 von +29.000 auf +60.000. Insgesamt liegen August und September zusammen um 84.000 höher als ursprünglich gemeldet.

Freiberufliche Dienstleistungen: Außergewöhnlich starker Monat
Den größten Einzelbeitrag leisteten freiberufliche und unternehmensnahe Dienstleistungen mit +70.000 – fast das Fünffache des Zwölfmonatsdurchschnitts von 15.000. Zuwächse gab es in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+33.000), in Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen (+28.000) sowie in der Unternehmensführung (+9.000). Seit dem Tiefstand im Oktober 2025 wurden in diesem Bereich insgesamt 269.000 neue Stellen geschaffen.
Gesundheitswesen über dem Durchschnitt
Das Gesundheitswesen schuf im Oktober 42.000 neue Stellen – mehr als der Zwölfmonatsdurchschnitt von 31.000. Krankenhäuser (+16.000), häusliche Gesundheitsdienste (+11.000) und ambulante Versorgungszentren (+5.000) trugen zum Zuwachs bei.

Transport, Verarbeitendes Gewerbe: Strukturelle Erholung setzt sich fort
Transport und Lagerhaltung legte im Oktober um 25.000 zu, getragen von Kurier- und Botendiensten (+17.000) und Luftverkehr (+4.000). Seit dem Tiefstand im Februar wurden in diesem Sektor insgesamt 104.000 Stellen geschaffen – der Kurier- und Botendienst allein steuerte 71.000 davon bei.
Das verarbeitende Gewerbe setzte seinen Aufwärtstrend fort (+19.000) und liegt damit seit dem Tiefstand im Dezember 2025 um 101.000 höher. Zuwächse gab es in Computer- und Elektronikprodukten (+7.000), im Maschinenbau (+4.000) sowie in der Metallerzeugung (+4.000). Das verarbeitende Gewerbe hat damit die Schwelle von +100.000 seit seinem Tief überschritten – ein symbolisch bedeutsamer Wert.
Breite Sektoren unverändert
In Baugewerbe, Einzelhandel, Informationswirtschaft, Finanzsektor, sozialen Diensten, Freizeit und Gastgewerbe sowie im öffentlichen Sektor blieb die Beschäftigung im Oktober weitgehend unverändert. Die fehlende Beteiligung dieser Sektoren dämpft die Euphorie etwas – der Oktober-Zuwachs bleibt auf wenige Bereiche konzentriert.

Lohndynamik zieht wieder an
Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Oktober um 14 Cent oder 0,4 Prozent auf 38,00 Dollar – der stärkste Monatsanstieg seit Monaten. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Wachstum von 3,1 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber dem Mehrjahrestief von 3,0 Prozent im September. Die Wochenarbeitszeit blieb bei 34,4 Stunden, Überstunden im verarbeitenden Gewerbe stiegen leicht auf 3,1 Stunden.
Fazit
Der Oktober-Bericht fällt deutlich stärker aus als erwartet: 165.000 neue Stellen statt der erwarteten 65.000, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent, und August und September wurden zusammen um 84.000 nach oben revidiert. Auffällig ist dabei die Industrie. Die US-Fertigung schuf 19.000 Stellen, fast viermal so viele wie die erwarteten 5.000. Die Chip- und Elektronikfabriken verzeichneten mit 6.700 neuen Stellen ihren stärksten Zuwachs seit August 2022.
Der gestrige Abverkauf an den Märkten war vor allem von Sorgen um KI und Rechenzentren getrieben, doch die Unterstützung für den Ausbau der KI-Infrastruktur ist parteiübergreifend. Das Umfeld bleibt konstruktiv: Die Wirtschaft wächst, Ölpreise und Renditen geben nach. Historisch notierte der S&P 500 laut Bank of America seit 1954 zwölf Monate nach den Zwischenwahlen jedes Mal höher, wenn die Partei des Präsidenten beide Kammern verlor, im Schnitt mit einem Plus von 22,3 Prozent.
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