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US Arbeitsmarkt im Juni: Unter den Erwartungen – Gastgewerbe bremst

  • 2. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Highlights

  • Beschäftigungswachstum mit 57.000 neuen Stellen deutlich unter Erwartungen von 110.000

  • Arbeitslosenquote sinkt überraschend auf 4,2 Prozent – besser als erwartete 4,3 Prozent

  • Negative Revisionen: April und Mai zusammen um 74.000 niedriger als gemeldet


Lower Manhatten

Der US Arbeitsmarkt außerhalb der Landwirtschaft stieg im Juni um lediglich 57.000 – deutlich unter den Erwartungen von 110.000 und ein klarer Rückschlag nach den starken Vormonaten. Der Wert entspricht in etwa dem schwachen Zwölfmonatsdurchschnitt von 36.000 und unterstreicht die anhaltende Stagnation des US-Arbeitsmarktes.


Überraschend positiv entwickelte sich hingegen die Arbeitslosenquote, die auf 4,2 Prozent sank und damit die Erwartungen von 4,3 Prozent untertraf. Hauptbremsklotz des Monats war der Gastgewerbe- und Freizeitsektor, der nach seinem außergewöhnlich starken Mai nun eine deutliche Gegenreaktion verzeichnete.


Erneut negative Revisionen – der positive Mai wird relativiert

Nach der erfreulichen Ausnahme im Vormonat kehren die Revisionen ins negative Terrain zurück. Der April-Wert wurde um 31.000 von +179.000 auf +148.000 nach unten korrigiert, der Mai-Wert um 43.000 von +172.000 auf +129.000. Insgesamt liegen April und Mai zusammen um 74.000 niedriger als ursprünglich gemeldet – die positiven Revisionen des Vormonats (+93.000) werden damit weitgehend wieder aufgezehrt.


Nonfarm payroll employment MoM vs. YoY
Quelle: Bureau of Labor Statistics


Gastgewerbe und Freizeit: Saisonale Gegenreaktion nach starkem Mai


Der größte Bremsfaktor kam aus dem Gastgewerbe- und Freizeitsektor, der im Juni 61.000 Stellen verlor. Das BLS erklärt den Rückgang mit einer schwächeren saisonalen Einstellungstätigkeit als üblich. Damit gibt der Sektor einen Großteil des außergewöhnlich starken Mai-Werts von +70.000 wieder ab – ein deutliches Zeichen, dass der Vormonatsanstieg zumindest teilweise auf saisonale Verzerrungen zurückzuführen war. Per saldo hat sich die Beschäftigung im Gastgewerbe und Freizeit im Jahr 2026 kaum verändert.



Freiberufliche Dienstleistungen setzen Erholung fort


Der Bereich freiberufliche und unternehmensnahe Dienstleistungen setzte seinen Aufwärtstrend im Juni fort (+36.000). Seit dem jüngsten Tiefstand im Oktober 2025 wurden in diesem Wirtschaftszweig insgesamt 172.000 Arbeitsplätze geschaffen – eine der wenigen strukturell positiven Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt.



Soziale Betreuung über Durchschnitt


Die soziale Betreuung schuf im Juni 25.000 neue Arbeitsplätze, getragen von individueller und familiärer Betreuung (+17.000). Dieser Wert liegt leicht über dem Zwölfmonatsdurchschnitt von 16.000 und bestätigt den stabilen Wachstumstrend des Sektors.


Payroll employment by sector YoY change
Quelle: Bureau of Labor Statistics

Gesundheitswesen unter Durchschnitt


Das Gesundheitswesen schuf im Juni 22.000 neue Stellen – deutlich unter dem Zwölfmonatsdurchschnitt von 38.000. Krankenhäuser trugen mit 9.000 neuen Arbeitsplätzen bei. Der Sektor bleibt strukturell ein Wachstumsmotor, zeigt im Juni jedoch eine merkliche Verlangsamung.



Breite Stagnation in anderen Sektoren


In einer Reihe wichtiger Wirtschaftszweige – darunter Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe, Groß- und Einzelhandel, Transport und Lagerei, Informationswirtschaft, Finanzdienstleistungen sowie öffentlicher Dienst – blieb die Beschäftigung im Juni nahezu unverändert. Die breite Stagnation unterstreicht, wie wenige Sektoren derzeit als echte Wachstumstreiber fungieren.


US Arbeitslosenquote seit 2000
Quelle: FRED St. Louis FED

Lohndynamik leicht erholt


Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Juni um 13 Cent oder 0,3 Prozent auf 37,64 Dollar. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Wachstum von 3,5 Prozent – ein leichter Anstieg gegenüber den 3,4 Prozent im Mai. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit blieb unverändert bei 34,3 Stunden, während Überstunden im verarbeitenden Gewerbe leicht auf 3,2 Stunden anstiegen.



Fazit


Der Juni-Wert von 57.000 neuen Stellen enttäuscht – und der Gastgewerbesektor, der im Mai noch als Wachstumsmotor galt, ist diesmal der größte Bremsklotz (-61.000). Die saisonale Gegenreaktion war absehbar und relativiert den starken Mai nachträglich weiter, zumal dieser durch negative Revisionen von +172.000 auf +129.000 ohnehin schon geschrumpft ist.


Die erneut negativen Revisionen (-74.000 für April und Mai zusammen) zeigen, dass der kurzfristige Optimismus der Vormonate nicht belastbar war. Die positive Überraschung bei der Arbeitslosenquote (4,2 Prozent) ist ein Lichtblick, der jedoch im Kontext der breiten Beschäftigungsschwäche eingeordnet werden muss.


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